j.home`s world
 
Donnerstag, 19. Januar 2012
Der Name der Rose
Habe ich in der Rezension von Bernhard Clavels der Spanier Eco zitiert, so werde ich dies nicht widerrufen. Vielleicht nimmt es sich ein bischen überheblich aus einen beinahe doppelt so alten und dazu erfolgreichen Autor wie Umberto Eco zu rezensieren. Das interessante dabei ist aber gerade, dass ich mich ohne eine philosophische Ausbildung ans Werk mache. Und so bezeichne ich Clavel als die einfache Ausgabe von Eco, dies stimmt in geistlicher wie in materieller Hinsicht. Die geistlichen Betrachtungen Eco`s steigern sich um ein Vielfaches in unerschwingliche Höhen, während Clavel die spirituellen Anlagen des Romans schön an der Linie einer konkret erfahrbaren Welt zeichnet. Die Story um Pablo den entflohenen Kriegsflüchtling dreht sich um die Aufarbeitung des Erlebten auf einem Weingut in Südfrankreich. Eco`s der Name der Rose hat als Handlungsort die Conventmauern einer Benediktiner Abtei im frühen Mittelalter. William von Baskerville und sein Adlatus Adson von Melk spüren das Geheimnis der geheimnisvollen Morde innerhalb der Klostermauern auf. Religiöse Absichten und Aberglaube, eine Portion Angst der Glaubensbrüder als Ketzer zu gelten, erschwert die Aufgabe. So bleibt ihnen auch der Zugang zur Bibliothek versperrt. Dort stapelt sich christliches und orientalisches Wissen. Und dort ist auch dasjenige Buch, das Jorge, der Ordensälteste fanatisch beschützt. Denn es enthält eine Botschaft, die die religiöse Sittsamkeit, ja die Ernsthaftigkeit des Lebens als Mönch, untergraben soll. Der Name der Rose entführt in eine mystische Welt voller Aberglauben und brüderlicher Feindschaft. Und es trägt ebenso die Fähigkeit inne, den postmodernen, überlasteten Leser in einer Welt der gegensätzlichen Glaubensaufassungen schwelgen zu lassen. Eco`s Erstlingswerk ist Lesestoff erster Klasse.

... Comment

 
online for 3578 Days
last updated: 10.05.12 16:56
status
Youre not logged in ... Login
menu
Mai 2012
MoDiMiDoFrSaSo
123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031
April
recent
Der Angriff des Greif Autor: Christian Gauer Jahr 2012 Menschen kennen Grenzen, Tiere eigentlich auch....
by Gauer (10.05.12 16:56)
Das Wort für Welt ist Wald Ursula K.Le Guin Heyne Verlag München 1972/4.Auflage/124 Seiten Übersetzt...
by Gauer (07.05.12 17:18)
Der König auf Camelot T.H.White 1.Buch, 2.Teil: Die Königin von Luft und Dunkelheit Hobbit Presse...
by Gauer (04.05.12 14:30)
Der König auf Camelot T.H.White 1.Buch: Das Schwert im Stein Hobbit Presse 1976 übersetzt von...
by Gauer (02.05.12 20:23)
orwells engsoz 1984 von George Orwell Diana Verlag Zürich 1950 Übersetzung von Kurt Wagenseil dritte...
by Gauer (23.04.12 14:33)

XML version of this page

Made with Antville
powered by
Helma Object Publisher