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Donnerstag, 19. Januar 2012
Der Name der Rose
Gauer
16:32h
Habe ich in der Rezension von Bernhard Clavels der Spanier Eco zitiert, so werde ich dies nicht widerrufen. Vielleicht nimmt es sich ein bischen überheblich aus einen beinahe doppelt so alten und dazu erfolgreichen Autor wie Umberto Eco zu rezensieren. Das interessante dabei ist aber gerade, dass ich mich ohne eine philosophische Ausbildung ans Werk mache. Und so bezeichne ich Clavel als die einfache Ausgabe von Eco, dies stimmt in geistlicher wie in materieller Hinsicht. Die geistlichen Betrachtungen Eco`s steigern sich um ein Vielfaches in unerschwingliche Höhen, während Clavel die spirituellen Anlagen des Romans schön an der Linie einer konkret erfahrbaren Welt zeichnet. Die Story um Pablo den entflohenen Kriegsflüchtling dreht sich um die Aufarbeitung des Erlebten auf einem Weingut in Südfrankreich. Eco`s der Name der Rose hat als Handlungsort die Conventmauern einer Benediktiner Abtei im frühen Mittelalter. William von Baskerville und sein Adlatus Adson von Melk spüren das Geheimnis der geheimnisvollen Morde innerhalb der Klostermauern auf. Religiöse Absichten und Aberglaube, eine Portion Angst der Glaubensbrüder als Ketzer zu gelten, erschwert die Aufgabe. So bleibt ihnen auch der Zugang zur Bibliothek versperrt. Dort stapelt sich christliches und orientalisches Wissen. Und dort ist auch dasjenige Buch, das Jorge, der Ordensälteste fanatisch beschützt. Denn es enthält eine Botschaft, die die religiöse Sittsamkeit, ja die Ernsthaftigkeit des Lebens als Mönch, untergraben soll. Der Name der Rose entführt in eine mystische Welt voller Aberglauben und brüderlicher Feindschaft. Und es trägt ebenso die Fähigkeit inne, den postmodernen, überlasteten Leser in einer Welt der gegensätzlichen Glaubensaufassungen schwelgen zu lassen. Eco`s Erstlingswerk ist Lesestoff erster Klasse.
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last updated: 10.05.12 16:56 Youre not logged in ... Login
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