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Montag, 12. August 2013
ordensburg

Bernard Hennen/die Ordensburg

Ein letztes Mal verband sich Fenryl mit dem Schwarzrückenadler. Die Suche nach Gishild musste vorangetrieben werden. Bisherige Versuche schlugen fehl. So verliess denn Fenryl der Elfenfürst seinen Körper, um mit Winterauge zu fliegen. Etliche Male schon hatte er dies Wagnis unternommen. Auf vielen Streifzügen hatte ihn sein Tierfreund getragen. Auch diesmal vertraute Fenryl auf die Künste des Schwarzrückenadlers. Er würde die Galeasse ausfindig machen, auf der Gishild Gunnarsdottir gefangengehalten wurde. Mit der Gefangennahme der Prinzessin, hatte die Ritter vom Blutbaum eine glückliche Hand gehabt. Und den kostbaren Fang würden sie nicht so leicht wieder loslassen. Wollten Gishild für ihre ehrgeizigen Ziele benutzen. Als sich Fenryl der Galeasse Heidenhammer näherte, stiegen Rabenvögel einer dunklen Wolke gleich in den verhangenen Himmel. Es war als hätten die Ritter geahnt, welche letzte Waffe die Elfen für die Befreiung der Prinzessin einsetzen würden. Die krächzende Übermacht riss Fenryl in den Abgrund. Niemehr würde Fenryl sich nun von Winterauge trennen können. Zurück blieb die leere Hülle des Elfenfürsten. Sitzend an einen Felsen gelehnt. Wartend, aber leer und ohne leben. Aufs erste hatten die Ordensritter gesiegt. Schwierig war es nun für die vereinten Heere der Albenmark und des Fjordlands geworden, Gishild Gunnarsdottir, die letzte Erbin des Thrones in der Erbfolge Mandred Torgridsons, für das Land zu bewahren.

Dank den von Brandax Mauerbrecher, des Geschichteschreibers verfassten Dokumenten, haben wir heute den Blick auf die wahren Anfänge der Geschehnisse. Die Ordensritter vom Blutbaum hatten es sich in den Kopf gesetzt, Drusna und das Fjordland in die Knie zu zwingen. Dabei war es wie in allen grossen Geschichten. Ein Retter erwuchs den arg bedrängten freien Völkern an einer Stelle, den die Bruderschaften beider Orden für unwichtig hielten. So lesen wir in den Annalen Brandax Mauerbrechers, wäre die Pest nicht gewesen, niemand wäre auf Luc de Lanzac aufmerksam geworden, den einzigen Überlebenden dieser Gegend. Dort startet die Geschichte, auch wenn aufgeblasene Hofnarren es in ihren Liedern anderst besingen. Und dort begannen die Zahnräder der Geschichte ineinander zu greifen. Luc wurde aufgegriffen. Ein paar Ordensritter fanden ihn, als sie die Gegend nach lebenden durchstreiften. Und die Ritter um Michelle de Droy stellten sich vor allem eine Frage: Wieso wurde Luc von der todbringenden Krankheit verschont? Was war sein Geheimnis? Gehörte er zu den Anderen, den Elfen? Es war allgemein bekannt, dass die Pest den Anderen, den Albenkindern nichts antun konnte. Darum wohl beharrte ein Bruder aus der Gemeinschaft um Michelle de Droy so starrsinnig auf dem Tod des Jungen. So heftig stritten sie, dass ein Gottesurteil erzwungen wurde. Und soviel sei hier aus den Dokumenten zitiert, Michelle die Fürsprecherin erhielt den Zuspruch. Sie hatte sich für ihn stark gemacht, war nun seine Vertrauensperson. Luc war fürs erste sicher vor den Eiferern der Tjuredkirche. Wurde Teil jener Gemeinschaft, die den Untergang der Albenkinder beschlossen hatte.
In der Welt der Erwachsenen, der ausgekochten guten und schlechten Absichten, würde er seinen Weg finden müssen. Vor allem war Luc wichtig, seiner neuen Umgebung klar zu vermitteln, dass er kein Wechselbalg war. Und weil Michelle ihm glaubte, hatte sie nicht zugelassen, dass die Bruderschaft einen weiteren Kindsmord geging. Kein weiteres Mal würde sie tatenlos zusehen, wie ein Kind dem Schwert eines Eiferers zum Opfer fiel. So war Luc durch die Führsprache von Michelle auf dem Weg ein Ordensritter zu werden. Davon hatte er als Kind geträumt. In den kühnsten Ausschmückungen war er der Held einer Prinzessin. So wurde denn Luc als das Jahr vorüber gegangen war auf die Ordensschule nach Valloncour gebracht. Noch aber waren die letzten Zweifel nicht bei allen Brüdern ausgeräumt. Luc würde sich beweisen, und Luc würde bestehen.

Unglückliche Zusammenhänge hatten Gishild in die Fänge der Ritter vom Blutbaum getrieben. Der Orden hatte die Macht über die Kirchenheere, war die treibende Macht in der Niederringung der Anderen. Zwar war es der bei weitem ältere Orden vom Aschenbaum, der den Oberbefehl führte, aber es war schon längst kein Geheimnis mehr, dass die Fäden der Macht in den Händen des jüngeren Ordens lagen. Blättern wir also in den Büchern zurück, so sehen wir, dass es die Ritter mit dem Blutbaum im Wappenschild waren, die den Krieg in Drusna neu entfachten. Eigentlich waren die mächtigen des Fjordlands und die Führer der Kirchenheere übereingekommen, zu verhandeln. Zugeständisse hätten gemacht werden sollen. Ein Frieden ausgehandelt zwischen den Heeren. Die Verhandlungen waren für die Ritter blosser Vorwand. Sie kidnappten die Prinzessin. Ihr Vater, König Gunnar Eichenschild verlor im Kampf um seine Tochter das Leben. Das Fjordland war verwaist, schlidderte ohne die Prinzessin einer ungewissen Zukunft entgegen. Auf Anraten der Anderen hin, hielt Sigurd Swert Swertbrecker, der Hauptmann der Garde des Königs, den Heimgang seines Lehnsherrn zu den Hallen der Ahnen geheim. So war sichergestellt, dass in der Zeit äusserer Bedrängnis keine kräfteraubenden thronstreitigkeiten ausbrachen. Man liess verlauten, König Gunnar Eichenarm sei auf der Suche nach seiner Prinzessin längere Zeit abwesen. Nun, Gishild war Lilianne de Droy, einer Ritterein des Blutbaums und Schwester Michelles de Droy, und dem Erzverweser von eroberten Teilen Drusnas, ins Netz gegangen. Charles, so sein Name, gehörte dem Orden des Aschenbaums an. War es nun die Eine Kirche des Tjured, die über das Schicksal der letzten Prinzessin aus der Folge der Könige des Fjordlandes bestimmte, waren es aber zwei Orden mit gegensätzlichen Absichten, die sich um Gishild rangelten. Charles wollte sie als Mittel für seinen Zweck, seinen Aufstieg innerhalb des Ordens. Mit Gishild als Beutestück, würde er den letzten Gang zum Heptarchen schaffen. Etwas schwieriger waren die Absichten des Blutbaums zu durchschauen. Vor allem aber, so sieht es Brandax Mauerbrecher, wollte Lilianne Gishild dem wahren Glauben zuführen. Auf friedliche Weise und ohne Blutvergiessen wollte sie beenden, was im Krieg begonnen hatte. Das Fjordland sollte gewaltsos von seinem Heidenglauben befreit werden. Und mit ihnen die Albenkinder. Gishild würde auf die Ordenschule gebracht werden und zum geeigneten Werkzeug werden. Wie eingangs berichtet blieben die Bemühungen, Gishild vor diesem Schicksal zu bewahren.ohne Erfolg. Es scheiterten nacheinander des Königs Heere und Fenryl, der Albenfürst. Zuletzt waren es die Bemühungen der ehemaligen Elfenlehrerin Gishilds, die nicht fruchteten. Sylwyna zog auf eigene Faust los, denn sie hatte versprochen, mit ihrem Leben für die Sicherheit der Prinzessin zu sorgen. Sie hatte es auch bis ins Tal der Türme geschafft, nach Valloncour. Und Gishild hoffte mit jedem neuen Tag auf das Auftauchen ihrer Elfenlehrerin. Sylwyna scheiterte, konnte gerade noch vor ihrem Ableben ein Zeichen in einen Stein ritzen. Ihren Schwur, Gishild zu bewahren konnte sie bei Lebzeiten nicht mehr erfüllen.

Auf der Ordensschule begegneten sich Luc und Gishild. Mit anderen Schülern gehörten sie zum 47.Jahrgang der Löwen, hatten die Tests bestanden. Beide hüteten sie ein Geheimnis. Würde sie der Weg in von ihnen erhofften Bahnen der Zukunft entgegen führen, oder würden Gishild Gunnarsdottir und Luc de Lanzac den Plänen der Orden einverleibt, Brandax Mauerbrecher, der eigentlich in seiner ersten Aufgabe Kriegsmeister der Holden war, hatte in seiner Annahme nicht gefehlt. In dem Pestkind und seiner Berufung lag weit mehr, als die meisten erkennen und wahrhaben wollten. Immer noch nagte der Zeifel an der Identität des Jungen. Gishild hielt treu an dem Glauben ihrer Väter fest. Feine Fäden begann das Schicksal zu spinnen. Nicht ganz konnte der Glaubenseifer der Brüder die Träume Gishilds und Lucs hinwegfegen. Es war wohl gerade die Härte, mit der die Ordensritter die Ausbildung betrieben, die den beiden eine bedeutende Aufgabe zuspielte. Die letzte Schlacht um die Freiheit der Völker des Fjordlands konnte beginnen.

jh

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