j.home`s world
 
Mittwoch, 26. November 2014
abercrombies racheklingen

interpretiert von jh alias blugunkel

Styrien, oh Styrien, von Frevel überzogen und Leid ist dein Gewand. Finstre Beweggründe nötigen zu kalten Taten, Grenzen neu gezogen von des hohen Herrschers Hand. An den Ecken und Enden die Menschen, vom Zorn der Starken gebannt. Felder Wiesen Ernten, durch des Edlen Krieg verbrannt und Absichten durch Überlebensdrang neu benannt. Aufbruch zu einem blutigen morgen in Styrienland. Der Klingen Lied von Tod und Gewalt vom Schlachtfeld gesandt. Eine seltsame Truppe geführt von einer Frau mit verstümmelter Hand. Der Kelch gefüllt mit Schmerz bis an den Rand. Das Bekenntnis zur Rache auf den Bogen gespannt.- Styrien, oh Styrien, von Frevel überzogen und Leid ist dein Gewand.

Ein Nordmann, ein Giftmischer, ein Söldner und ein ehemaliger Sträfling sind in Styrien unterwegs um den Rachedurst der ehemaligen Generalin der Tausend Klingen zu stillen. Monzcarro Murcatto, kurz Monza, kennt seit dem gewaltsamen Tod ihres Bruders Benna keine Gnade. Sie war die Anführerin der Tausend Klingen gewesen. Zusammen mit Benna hatte sie sich einst vom Leben als einfache Bauern verabschiedet. Fortan war die Klinge in der Hand und Reichtum hatte den Vorzug vor ehrlicher Arbeit. Zuletzt waren sie nach Talins geritten. Das Abstatten eines Berichts bei Grosherzog Orso in der Festung Fontezarmo stand auf dem Programm. Dann war alles aus dem Ruder gelaufen. Menschen, denen sie vertraute zogen blank. Vor dem Thron Orsos fuhr ihr Calvez mit metalischem Zischen aus der Scheide um das Leben ihres Bruders vor jenen zu schützen, denen sie gedient hatte. Da war der Getreue Carpi mit dem sie bei den Tausend Klingen Schlachten geschlagen, General Ganmark, ein Gefolgsmann Orsos, Gobba der Diener, Mauthis, ein Vertreter der Bank von Valint und Balk, und zuletzt waren da noch beide Söhne des Grosherzogs, Ario und Foscar. Und was sie auf dem Schlachtfeld nie hatte erleben wollen, vor dem sie sich regelrecht gefürchtet hatte, war nun eingetreten. Freunde hatten sich unvermittelt gegen sie gewandt. Eine Überzahl von Klingen stand gegen Eine. Benna war keine Hilfe, denn er war besser mit Zahlen. Verbittert rammte sie ihren Calvez den Angreifern entgegen, wehrte sich gegen das drohende Ende. Verzweifelt musste sie zusehen, wie Ganmarks Degen quer durch den Leib Bennas fuhr. Der Stiefel Gobbas zerquetschte ihr eine Hand. Dann wurde sie zusammen mit dem leblosen Körper Bennas aus dem Turmfenster geworfen. Äste hinderten den freien Fall und sie landete am Fusse der Festung auf etwas Weichem. Der Weg durch Styrien war zum Höllentrip geworden.

Lange war sie ohne Besinnung. Als schliesslich Leben in ihren Leib zurückkehrte, lag sie auf dem Schragen eines Feldschers. So gut es ging hatte er sie, nachdem er sie von der Halde getragen hatte, zusammengeflickt. Aber fortan war sie verkrüppelt und sie fühlte sich gefangen in einem Leib, der ihr nicht mehr diente. Und ohne Dank zu sagen schlich sie sich aus des Heilers Haus. So einfach wie irrsinnig war ihr neuer Plan. Sie wollte nichts als Rache für ihren ermordeteten Bruder. Nicht nur die Absichten desjenigen, dem sie einst gedient hatte, sollten zunichte werden, nein, sein Leben sollte zerschellen.

Monza suchte sich eine Söldertruppe zusammen. Sie rekrutierte Espe den Nordmann, Morveer den Giftmischer mit Gehilfin, Nicomo Cosca den Säufer, Freundlich, ein Mann aus der Sicherheit, und unterwegs gabelte sie noch Schylo Vitari, die Folterspezialistin auf. Nicht eben gut gesinnt waren sie untereinander, nur gehalten von Monzas Versicherung einer guten Bezahlung. Ihr erstes Racheopfer war Gobba der Diener. Sie lauerten ihm in Talins auf. Mit einem Hammer drosch sie auf ihn ein. Nacheinander fielen nun den mehr oder weniger gut geplanten Rachetaten die Opfer anheim. Einer nach dem andern wanderte unter die Erde. Mauthis vergifteten sie trotz seiner Wachsamkeit in seiner Bank, Ario starb durch das Schwert Monzas bei einem Gelage, Ganmark wurde die Liebe zur Kunst zum Verhängnis, der Getreue Carpi fand den Tod im Wasser bei dem Angriff auf Ospria, Foscar der zweite Sohn endete als Gefangener der Tausend Klingen und wurde von Espe dem Nordmann in einem unkontrollierten Ausbruch erschlagen. Dann gewann Monza das Vertrauen Herzog Rogonts, des Anführers des gegnerischen Achterbundes. Mit seinem Heer im Rücken marschierte sie zurück nach Talins. Es blieb noch Orso in seiner Festung. Sie legten einen Stollen unter die Mauern der Burg. Mit gurkhisischem Zucker sprengten sie den Wall. Zuletzt stand Monza an der Stelle, da ihr Leben eine gewaltsame Änderung erfuhr. Zersprengt war ihr Söldnerhaufen, von eigenen Absichten auseinandergerissen. Ein geheimnisvoller Mann trat auf den Plan. Schenkt der unberechenbare Fremde, ausgesandt um Rache für Dritte zu üben. Eigentlich von Orso bestellt um Monza zu beseitigen, eröffnete er nun seine eigenen Absichten und half Monza. Zu Ende waren nun die Tage des Grosherzogs. Monza bestieg den Thron. Aber waren nun auch die blutigen Jahre vorbei? Ein trügerischer Friede belegte das Land. Abtretende Herrscher hatten eine Lücke hinterlassen. Das Reich war ein Stück näher am Abrund. Die Rache war vollzogen, hatte aber tiefe Furchen hinterlassen. Für Espe den Nordmann war nun der Abschied gekommen. Er kehrte zurück nach dem Norden um eigentlich das zu tun, was ihn nach Styrien getrieben hatte. Fern von Krieg ein menschenwürdiges Leben führen. Was sicher der Anlass zu neuen Klingentaten in neuen Geschichten gibt.

jh

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