j.home`s world
 
Mittwoch, 7. Januar 2015
rad der zeit band 27 pfade ins zwielicht von r.jordan

interpretiert wie immer von joho

Das Land zwischen der grossen Fäule und dem Meer stand an der Schwelle zu Tarmon Gaidon, der letzten grossen Schlacht. Das Rad hatte sich gedreht, die Mächte des Guten und des Bösen waren in Bewegung, die Herrenhäuser in Aufruhr. Im Westen beorderte der König Alsalam von Arad Doman seine Fürsten zur Lagebesprechung in das Jagdschloss von Lady Osana. Im Süden in der Stadt Amadicia schmiedete Hochinquisitor Asunawa Pläne, um der ständigen Bedrohung einer rebellischen Gruppe von Aes Sedai Herr zu werden. Nicht weit davon entfernt, in der Hafenstadt Ebou Dar, entführt ein Adliger namens Mat Cauthon mit Hilfe des Meervolkes die Tochter der Neun Monde, Lady Tuon, aus dem Tarasin Palast. Vorbei der Frieden in der seanchanischen Hafenstadt. Furyk Karede, Bannergeneral der Totenwache heftet sich an die Fersen des Entführers. Im Westen gelingt es dem Aiel Stamm der Shaido, die Frau Perrin Aybaras, genannt Goldauge, zu entführen. Was Lord Perrin Aybara veranlasst, seine Mannen zur Waffe zu rufen und die Befreiung seiner Geliebten anzustreben. Aus dem Lande Kandor im Norden rückt ein Heer an, um Elaiyne, der Erbin des Löwenthrons von Caemlyn, beizustehen. Und allerorts mittendrin im Geschehen waren die mit der Einen Macht begabten Frauen der weissen Burg zu Tar Valon, die Aes Sedai. Das Rad hatte sich gedreht, die Länder zwischen der grossen Fäule und dem Meer der Stürme waren in Aufruhr. Das Böse hatte sich gerührt, der Kampf um Macht im Lande war entfesselt. Willkommen zu Jordan`s Band 27 des Rades der Zeit, Pfade ins Zwielicht Teil eins.

Es war keine leichte Aufgabe für Elaida von der weissen Burg. Morgase, Königin im Lande Andor, war gestorben, die Rosenkrone nunmehr ohne stolzen Träger. Denn Elayne, die Tochtererbin der Rosenkrone hatte sich entschlossen, die Würde einer Aes Sedai anzu- nehmen. Wenn es Elaida aber gelang, den verwaisten Löwenthron mit einer Schwester ihres Ordens zu besetzen, hätte die Schwesternschaft direkten Zugang zur Macht und ihre Stellung im Lande zwischen der grossen Fäule und dem Meer der Stürme wäre bedeutend gestärkt. Dies war aber nicht die einzige Sorge die Elaida umtrieb. Jedermann wusste, dass die Schwestern in Tar Valon nurmehr wenige an der Zahl waren. Die Verwahrung der Macht, die Saidar ihnen schenkte, drohte ihre Gemeinschaft in zwei Lager zu spalten. So war es auch verständlich, dass Elaida alle Hände voll zu tun hatte, den Amyrlinsitz für ihre Ajah, beziehungsweise Untergruppe, zu festigen. Ein Zeitalter war vorbei. Das Rad würde sich einfach drehen und ein neues würde anbrechen. Und immer würden die Aes Sedai für das Gleichgewicht verantwortlich sein. Was allerdings ein gewisses Mass an Gleichschritt forderte und ihre Ajahs sich nicht in zwei Fronten verhärteten.

Nun also lieber Leser, willkommen in der Welt von Robert Jordan, dem Meister des Zeitrades. Einer Welt, in der Zeitalter kommen und wieder gehen, Helden Kämpfe entscheiden, Strategen mit ihrem Kopf über Plänen durch Weisheit Streitigkeiten beenden. Band 27 führt in eine Welt der tausend Namen Häuser und Orte. Naja, vielleicht hätte man ja auch mit Band 1 beginnen, oder die Welt des Rades zuerst begrifflich in einem Glossar ergründen können. Nach einer kurzen Einführung über die wichtigsten Figuren gibt Jordan einen Ausblick auf das Muster das seiner Welt zugrunde liegt. Dann aber nimmt eine Volldröhnung Griffelbeat den Leser in seinen Bann und die Story gewinnt an Tempo. An verschiedenen Orten zwischen den Meeren nimmt der Autor den Faden der Handlung und entwickelt ein kompliziertes Muster. So werden also Pläne zur Sicherung der Macht geschmiedet, Bünde zur Erhaltung der Grenzen erneuert, Adlige entführt, um einen Vorrang im ständigen Gerangel um Throne zu erhalten. Und ehrlich gesagt, bringt die Vielzahl an Personen Wesen und anderen Verstrickungen den Neuling im Lande des Rades so ziemlich zur Verzweiflung. Kaum dass man sich in den vom kühlen Winter gezeichneten Gefilden heimisch fühlt, als der gewagte Ritt auch schon weitergeht. Es wartet das nächste Herrenhaus mit seinen verworrenen Ambitionen auf den Thron. Jordan hat jede Menge an spielentscheidenden Pokerkarten in der Hinterhand. Und es scheint, als liesse er keinen noch so variantenreichen Zug aus, jederzeit bereit den Leser zusätzlich zu verwirren. Er lässt einem so richtig im Strudel des Zeitrades schwimmen.

Ein weiteres Merkmal von Buch 27, Pfade ins Zwielicht, ist, dass kein Topfen Blut fliesst. Der Autor beschwört phantastische Landschaften, lässt die Völker aufmarschieren, schiebt Adlige und Heere umher, die Seiten strotzen vor Düsternis. Würde man all die Feldzüge zeichnen, es gäbe keinen weissen Flecken. Dabei legt Jordan, vielmehr als auf Waffen, ein besonderes Gewicht auf die vielartigen Gewandungen der verschiedenen Häuser und Stämme. So trägt zum Beispiel die Leibgarde der Tochtererbin des Löwenthrons, die übrigens nur aus Frauen besteht, farbenprächtige Seide. Dies sei ein Mittel, etwaige Angreifer, in dem Fall Männer, an der Kampfeskraft der Frauen zweifeln zu lassen. Überhaupt sind es im Phantasiebericht aus dem Lande zwischen der grossen Fäule und dem stürmischen Meer vor allem die Frauen, die das Geschehen prägen. Dies auf jedenfall was Saidar, die Eine Macht betrifft, die die Aes Sedai beherrschen. Es sind die Frauen, die darin begabt sind, diese Quelle gebührend anzuzapfen. Denn Männern ist sie zwar nicht ausdrücklich verboten, aber es hatte sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass die Eine Macht, wenn sie von Männern berührt wird, von einem Makel befallen ist. Männer können dadurch in den Wahnsinn getrieben werden. Und so findet man also an allen Orten die Aes Sedai, bestimmt, für die Häuser die Macht zu gebrauchen.

Band 27 ist Teil eins der Pfade ins Zwielicht. Um Jordans Aufgleisungen zu verstehen, muss man mit Sicherheit mal ein zweites seiner Werke lesen. Jordans Bericht ist eine Mantel- und Degengeschichte, witzig erzählt lässt er die Gewänder rauschen. Vielleicht gerade wegen der vielen Elemente weist das Buch oder die Rad der Zeit Legende enormes Suchtpotential auf. Hat man eines gelesen, muss unbedingt ein zweites her und man ist gewillt sich in dieser komplexen Welt zu verlieren. Ein Schunken für einen stillen aber tiefen Abend.

joho

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