j.home`s world
 
Freitag, 23. Januar 2015
die weltraumlegion von williamson jack

interpretiert von blugunkel

John Star stand im purpurnen Saal. Sein Blick glitt über ein riesiges, rechteckiges Wandgemälde. Das Kunstwerk zeigte das Sonnensystem auf rötlichem Hintergrund, bedroht von den Spinnenschiffen der Medusen. In der Hand hielt er die Waffe, die er im Dschungel von Barnards Stern benutzt hatte. Die Gedanken weilten an den verschiedenen Orten des Kampfes gegen die fremden Wesen, die dieses System ausgeworfen hatte. Er hielt die Augen geschlossen, während die Erinnerungen erneut die Emotionen hochschraubten. Und wieder fühlte er den Schmerz, den die Entführung Aladoree Anthars, der Hüterin Akkas, hervorgerufen hatte. Im Campus der Weltraumlegion hatte John Star von Major Stell den Auftrag bekommen, die Hüterin Akkas zu beschützen. Der einstige Weltraumpionier Eric Ulnar hatte sie verraten und sie war in die Hände der fremden Medusen geraten. Bevor seine Mission so richtig begonnen hatte, war sie auch schon wieder zu Ende. Auf dem Marsmond Phobos hatte man ihn und seine Wachkameraden nach der Entführung in eine dunkle Zelle geworfen. Direkt unter dem purpurnen Saal. Ein leichtes Lächeln überzog nun sein Gesicht. Denn Adam Ulnar, der mächtigste Mann überhaupt war erschienen und hatte ihm den Sonnenthron angeboten. Denjenigen Thron, gegen den die Wächter des demokratischen grünen Saals schon immer gekämpft hatten. John Star jedoch hatte noch immer eine Mission gehabt. Es war ihm und seinen Mitgefangenen die Flucht gelungen. Sie waren bereit gewesen. Die Befreiungsaktion der Hüterin Akkas hatte begonnen.

Zusammen mit Giles Habibula, Hal Samdu und Jay Kalam beriet John Star den weiteren Weg. Über das Lüftungssystem gelangten sie in die Freiheit. Die purpurner Traum, das Flaggschiff Adam Ulnars, stand verlassen auf der Plattform. Sie mussten nach Barnardstern, einem fremden Planetensystem. Sie hatten erfahren, dass Aladoree Anthar dorthin gebracht worden war. Durch viele Gefahren in den Weiten des Alls trug sie der purpurne Traum nach der Heimat der fremden Medusen. Bei dem Gedanken an diese wiederlichen Wesen, fröstelte John. Erneut sah er den urwüchsigen Dschungel mit den zähen Dornenranken, das Gebirge und das Hochplateau, den Fluss der sie direkt an die mächtigen Mauern der schwarzen Metropole geführt hatte, wie sie über die Wasserversorgung hineingelangten. Dann hatte man sie entdeckt und in ein Loch geworfen. Schliesslich hatte der gute alte Giles Habibula, der jämmerlich um seine Weinflasche trauern konnte, seine besonderen Fähikeiten im Knacken von Schlössern bewiesen. Sie holten Aladoree aus ihrer Zelle. Ein Abwasserkanal hatte anschliessend der Flucht vorschub geleistet. An der Seite eines mächtigen Gebäudekomplexes waren sie in die Tiefe gestürzt. Eine Riesenlybelle brachte John Star heldenhaft zum Landeplatz der purpurner Traum. Durch die aufopferungsvolle Tat Adam Ulnars, der unterdessen seine Taten bereute, gelang den vier Befreiern die Rückkehr von Barnardsstern. Das kosmische Gebilde des Gefahrengürtels versetzte John Star bei der zweiten Durchquerung in einen Lachanfall. Der Wahnsinn hatte an seiner Seele gekratzt. Die Medusen hatten ihre nuklearen Sonnen in Bewegung gesetzt um schlimmeres zu verhüten, Akka war jedoch verloren. Erich Ulnar hatte versagt. Der Pakt mit den Medusen war gescheitert. Sie hätten für ihn Akka sichern sollen, er hätte die Macht erlangt und die Medusen als Gegenleistung dringend benötigte Energie. Nun wurde Akka zurück auf die Erde gebracht und löschte die Bedrohung durch die fremdartigen Wesen.

Hier stand er nun. Sollte er der neue Sonnenkaiser sein? Sollte er nun das Erbe Adam Ulnars antreten? Er, der immer für Demokratie anstatt der alleinigen Herrschaft durch einen Kaiser eingetreten war. Die Frage war schwierig, denn die Macht stand vor ihm, aber letzt endlich erdrückte ihn das riesige Bild. Die Geschichte der Menschheit im 30.Jahrhundert, der ständige Kampf zwischen dem grünen und dem purpurnen Saal ermüdete ihn. Er zitterte und Schweiss rann über seinen Körper. Ein Geräusch im Hintergrund liess ihn herumfahren. Der Einsatz hatte sich gelohnt, hinter ihm stand Aladoree. Gestärkt wagten sie den Schritt in die Zukunft.

Jack Williamson hat mit seinen Wächter des Alls Erzählungen vor rund achtzig Jahren spannende Space Opera Abenteuer geschaffen und gehört in die Hall of Fame dieses Genre aufgenommen. Eine Besonderheit aus meiner Sicht sind die technischen Möglichkeiten, die Williamson beschreibt. Seine Raumschiffe erobern das All mit Geodyne Generatoren. Er meistert das Raum Zeit Kontinuum mit elektromagnetischen Deflektoren, überwindet die Distanzen, indem er die Krümmung des Raumes beeinflusst. Er setzt den Raumpionier, nicht wie in andern Scifi Geschichten in einen eisigen Zeitschlaf, sondern verpasst den Gefährten einen auf nuklearen reaktionen basierenden Antrieb. Einziges Manko der Geschichte, neben der phantastischen Weltraumprojektion, ist die spürbar an den Haaren herbeigezogene Überwindung aller Gefahren auf Barnardsstern. Man kann es den Zeilen ansehen, dass der Autor die Welt in seinem Geist bestmöglich rekonstruirt. Was jedoch nicht für die Reise im All gilt, denn die, würde ich mal sagen, ist seiner zutiefst eigenen Vision von Reisen in der Zukunft entsprungen. Auch denkt er, was ich in SF Kreisen durchaus der ersten Garde von Fiction verrückten Schreibern anheimstelle, vom Leben in ferner Zukunft als hochentwickelt und der unsrigen in technischer Hinsicht als weit voraus. Es ist ein Soft SF Knüller der zu den Klassikern gehört und der durchaus Lust auf mehr macht.

joho

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