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SKA!

"Wir spielen im August in Frauenfeld", rief mir der Frontmann(Petar Horvat) von Seeker's Planet an einem konzert im deutschen Remscheid zu. Das war im May und jetzt ist es bereits vorbei, das Ska Konzert.
Seeker's Planet spielten am Stadtfest in Frauenfeld.
Ska geht live ab wie die sau. das merkten auch die Besucher die vorher nicht allzuviel mit ska und sowiso nich mit Seeker's Planet zu tun hatten.

Als in den 50er Jahren zum ersten Mal heiße musikalische Ware aus Amerika in Form von Rhythm'n'Blues, Jazz und Gospel in jamaikanischen Dancehalls ertönte, öffnete dieser "Kulturschock" die Türen für neue kompositorische Wege auf dem Eiland. Traditionelle jamaikanische Rhythmen und Gesänge (Mento) flossen in die neugewonnenen Musikformen ein, der Ska war geboren. Der Ausdruck stammt nach weitverbreitester Meinung von einem Gitarristen, der während einer Jam-Session mit Prince Buster statt dem Downbeat den Offbeat betonte, woraufhin Buster lautmalerisch wiederholte: "Do again this ‘Ska’".

Ska war und ist auch heute noch ein fester bestandteil der Skinhead-Szene. Die jamaikanische Musik wurde durch Jamaikanische Einwanderer von den Westindischen Inseln nach England gebracht. Rude Boys/weiße Jugendliche besuchten die illegalen Trinkhallen und hörten dort die Musik. 1966 wurde England Fusball Weltmeister,was wieder mehr Fans in die Stadien brachte,die auch zu Auswärtsspielen fuhren.

Ende der 60er gab es vermehrt organisierte Fußballkrawalle zwischen rivalisirenden Gangs. Aus den Gang-Mods,den Fußball-Bootboys und den Rude Boys entwickelten sich die Skins Anfangs gab es noch verschiedene Namen,je nach Gegend z.B. Noheads,Baldheads,Cropheads,Boiled Eggs, Suedeheads,etc

Damals konnte sich jeder mit Boots Skinhead nennen,selbst die Haarlänge war ziemlich unwichtig.
Zum Haareschneiden ging man zum Friseur.
Bei den Boots wurde ziemlich jeder Lederstiefel genommen;Stahlkappen waren sehr beliebt,meist außen getragen (oft mit den jeweiligen Fußballfarben draufgemalt),8 oder 10 Loch wurden bevorzugt. Doc´s kamen in Mode,als Stahlkappenboots beim Fußball als Waffen eingestuft wurden,zudem konnte man sie am besten aufpolieren.

An Hosen wurde alles getragen (Kord-oder Armeehosen),am beliebtesten waren aber die Jeans
Diese wurden hochgekrempelt oder gekürzt damit die Boots zu sehen waren.
Am populärsten waren Levi´s Red Tag, auch Lee und Wrangler. Um sie älter aussehen zu lassen,wurden sie gebleicht.
Damit sie nicht rutschen,wurden zusätzlich Hosenträger umgeschnallt.

Erst durch die Skins ist der Reggae groß rausgekommen (z.B.Desmond Dekker´s "Israelites"). Schwimmhallen und Turnhallen wurden für Reggae-Tanzabende umfunktioniert.
Wegen den Fußballkrawallen wurden die Schnürsenkel konfisziert,Schnürsenkelverkauf in Nähe der Stadien wurde verboten,nach den Fußballspielen wurden teilweise die Stiefel auf einen Haufen geworfen,bis die Gegner verschwunden waren.

Mitte der 70er begann der Tiefpunkt der Bewegung.
1970-1972 war die Zeit der größten Fußballrandale.
1976 wurde der Punk bekannt.
Als 1977 Sham 69 die Konzerthallen füllten,war das wohl die sogenannte Rückkehr der Skins (auch wenn die Alt-Skins nicht viel mit den neuen Skins anfangen konnten)

Cock Sparrer waren zwar keine Skins,aber wohl die Mitbegründer des Streetpunks.
Wegen ständiger Randale lösten sich 1978 Sham 69 auf.
Ska Bands wurde vorgeworfen,Faschisten zu sein,weil Anhänger der NF/BM auf Konzerte kamen
Besonders betroffen waren Madness,da sie nur weiße Bandmitglieder hatten.

Nachdem Madness durch die Staaten getourt waren,distanzierten sie sich von den Skins und wurden zu einer bekannten Popband.
Oi war der neue Schlachtruf von den Skins (etwa 1980),geprägt durch die Band Cockney Rejects die den Song "Oi!Oi!Oi!" spielten.

Eines der ersten Oi-Konzerte in Southall endete mit einem Chaos.
Schon vor Beginn der Veranstaltung warteten etwa 300 Asiaten gegenüber der Konzerthalle und attaktierten einzelne Besucher.
Unter "Polizeischutz" (etwa 2 Duzend) wurde das Konzert,das von Skins,Punks und etlichen "Normalos" besucht wurde,abgehalten.Schließlich wurde die Halle von den stark vermehrten Asiaten angegriffen.
Nach einer Strassenschlacht ging die Halle schließlich in Flammen auf.Von nun an war für die Presse klar, daß Oi die Musik der Faschisten war,sämtliche Auftritte wurden verboten.
Auch wenn viele Oi-Bands auf Konzerten gegen Rassismus spielten, waren sie denoch als Rassisten verschrien

Die Band "Skrewdriver" die Ende der 70er noch Punk spielten,formierten sich 1981 neu und spielten nun rechte Oi-Musik

Da sie kaum Auftrittsmöglichkeiten bekamen,schloßen sie sich mit der NF zusammen und spielten nun auf "Rock against Communism"-Konzerten(Gegenbewegung zu "Rock against Racism")
Im Gegensatz gab es die Band Redskins ,die Mitglieder der Socialist Workers´Party war und diese bei ihren Konzerten unterstützte
1984 war die Skinheadbewegung in zwei politische Lager gespalten

Im Juni 1984 stürmten ca. 50 NF-Anhänger die Bühne der "Redskins" und es kam zu einer Massenschlägerei zwischen Skins
Anfang der 80er breitete sich der Skinheadkult auf fast alle Nationen aus.

Skrewdriver hatte durch ihre Plattenveröffentlichung auf einem deutschen Plattenverlag (Rock-O-Rama) großen Einfluß auf die deutsche Skinheadbewegung
Britische Soldaten hatten die Bewegung nach Deutschland gebracht und auch hier füllten sich die Fußballstadien mit Skins.

Als bekannteste deutsche Oi-Band formierten sich schon 1979 die Böhsen Onkelz, sie brachten aber erst 1984 ihre erste LP auf den Markt.
Zwischen Punx und Skins gab es Reibereien,die sich oft auf Böhse Onkelz Konzerten äußerten.
Zu dieser Zeit wurde der Kult immer politischer,da die Jugendlichen ihn oft als eine Nazibewegung sahen.

Besonders in Ostdeutschland wollte man so die Kommunisten provozieren.
Als Gegenpol schlossen sich aber auch immer mehr linke Skins zusammen,um sich gegen die Rechten zu wehren.
Etwa 1986 entwickelte ein amerikanischer Skinhead (Sänger der Gruppe "The Oppressed") die Idee der SHARP´s (Skinheads Against Racial Prejudice)
Diese Bewegung sollte "unpolitisch" sein und der Welt zeigen,daß nicht alle Skins Nazis sind.
Ein Problem war,daß diese Bewegung als politisch angesehen war und zudem Leute,die keine Skins waren meinten "Mitglieder" von SHARP zu sein.
Fanzines (Fan Zeitschriften) wurden ein wichtiges Netzwerk von und für Skins.

Im vergleich dazu verlief das Konzert in Frauenfeld bis auf einzelne Betrunkene die die Bühne stürmten und drei,vier auf die Bühne fliegenden Bierbecher extrem friedlich. Liegt es daran, dass es ein vom GODI christlich organisiertes Konzert war? Ich denke es liegt daran dass die "richtige szene" überhaupt keine notiz davon nam. Denn noch in der Nacht auf den 27. April wurden zwei Jugendliche nach einem Konzertbesuch im Frauenfelder Kulturzentrum Eisenwerk, von "rechten skinheads" zusammengeschlagen und schwer verletzt.

Bleibt zu hoffen dass es weiterhin bei christlichen konzerten so ruhig bleiben darf und auch bei "szene orientierteren" Konzerten, der Frieden herschen darf.

Christian@JesusFreaks.ch

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