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Donnerstag, 19. Januar 2012
Der Name der Rose
Habe ich in der Rezension von Bernhard Clavels der Spanier Eco zitiert, so werde ich dies nicht widerrufen. Vielleicht nimmt es sich ein bischen überheblich aus einen beinahe doppelt so alten und dazu erfolgreichen Autor wie Umberto Eco zu rezensieren. Das interessante dabei ist aber gerade, dass ich mich ohne eine philosophische Ausbildung ans Werk mache. Und so bezeichne ich Clavel als die einfache Ausgabe von Eco, dies stimmt in geistlicher wie in materieller Hinsicht. Die geistlichen Betrachtungen Eco`s steigern sich um ein Vielfaches in unerschwingliche Höhen, während Clavel die spirituellen Anlagen des Romans schön an der Linie einer konkret erfahrbaren Welt zeichnet. Die Story um Pablo den entflohenen Kriegsflüchtling dreht sich um die Aufarbeitung des Erlebten auf einem Weingut in Südfrankreich. Eco`s der Name der Rose hat als Handlungsort die Conventmauern einer Benediktiner Abtei im frühen Mittelalter. William von Baskerville und sein Adlatus Adson von Melk spüren das Geheimnis der geheimnisvollen Morde innerhalb der Klostermauern auf. Religiöse Absichten und Aberglaube, eine Portion Angst der Glaubensbrüder als Ketzer zu gelten, erschwert die Aufgabe. So bleibt ihnen auch der Zugang zur Bibliothek versperrt. Dort stapelt sich christliches und orientalisches Wissen. Und dort ist auch dasjenige Buch, das Jorge, der Ordensälteste fanatisch beschützt. Denn es enthält eine Botschaft, die die religiöse Sittsamkeit, ja die Ernsthaftigkeit des Lebens als Mönch, untergraben soll. Der Name der Rose entführt in eine mystische Welt voller Aberglauben und brüderlicher Feindschaft. Und es trägt ebenso die Fähigkeit inne, den postmodernen, überlasteten Leser in einer Welt der gegensätzlichen Glaubensaufassungen schwelgen zu lassen. Eco`s Erstlingswerk ist Lesestoff erster Klasse.

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Freitag, 13. Januar 2012
ein haufen scheisse
Die Broker
Philip Bronson

Ein Haufen Scheisse. Alle gehen sie zum Teufel. Die Welt der Broker ist die Welt des schnellen Geldes. Wer den Verlauf eines Kurses am besten interpretiert, ist der Sieger. Sid Geeder kämpft bei der Investmentbank Atlantic Pacific an vorderster Front. Er ist das Aushängeschild der Firma und darf den Titel "König der Hypothekenbriefe" tragen. Sein Antrieb, um die Wertpapiere zu verkaufen, ist so simpel wie unspektakulär. Er hasst sie und will diesen Haufen Scheisse so schnell wie möglich loswerden. Und so erstaunt es auch überhaupt nicht, dass keiner der Händler im Saal von Antlantic/Pacific je ein Wertpapier als solches in der Hand hatte. Schliesslich verkaufen sie auch nicht das Papier sondern dass Wissen darum, wohin der Kurs der aktuell gehandelten Devise geht. Kommen sie früh am Morgen in ihren Schützengraben, müssen sie als erstes Wissen, wie sich die Kurse über Nacht entwickelt haben. Erst dann können sie in den Verkauf einlenken, wenn sie glauben zu wissen, wohin die Reise der virtuellen Wertpapiere geht. Und um die vom Verkaufsleiter verteilten Kontingente zu erfüllen, brauchen sie auch eine Menge beiläufige Stories, um dem Kunden ohne direkt zu lügen das Wertpaket nachzuwerfen. Es ist ein die Persönlichkeit zerüttendes Geschäft und die Liste der konsummierten Drogen um die Leistungsfähigkeit hoch zu halten, ist lang. Beinahe alle gehen beim Versuch die eigentlich wertlose Scheisse zu verkaufen zum Teufel. Der letztbeschriebene Deal platzt, Atlantic/Pacific muss den Namen ändern um weiterzubestehen. Daraufhin verlässt Sid eines schönen morgens die Bude, um ohne zu kündigen einfach zu verschwinden. Es ist dabei der einzig gängige Weg um die Abhängigkeit zur Firma zu durchschneiden. Oder man wird gefeuert, mit dem Effekt, dass man von den Securityleuten wie ein Verbrecher aus dem Saal geführt wird. Ein anderer Händler überlebt den Wechsel. Dies ist um so erstaunlicher, denn er hält sich von den dreckigen Verkaufsmethoden seiner Arbeitskollegen fern, spendet sein Geld der Kirche. Die Broker ist nicht nur ein Roman um schnelles Geld und Gewinne, es ist auch ein Roman, der Tief in die Seele eines Händlers blicken lässt.

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Donnerstag, 12. Januar 2012
gott
denjenigen, der von sich sagt, ich bin der weg und die wahrheit...und dann noch ich bin das leben.

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Donnerstag, 5. Januar 2012
der fremde im weinberg
Von Bernard Clavel
Originaltitel: Der Spanier

Nach dem Ende des spanischen Bürgerkriegs, sind Pablo und Enrique auf der Flucht. Als freie Katalanen lehnen sie sich gegen das Gewaltregime Francos auf und versuchen nun mit andern Flüchtigen im nahen Südfrankreich Arbeit zu finden. Mitten in der Nacht verlassen Pablo und Enrique den Lastwagen, der sie hergebracht hat, und müssen nun auf sich alleine gestellt den Hof des Winzers finden, auf dem sie hoffen Arbeit zu finden. Schon am ersten Tag verlässt aber Enrique den Hof um sich dem französischen Widerstand anzuschliessen. Die Geschichte nimmt nun einen einfachen Lauf. Pablo stellt sich der Landarbeit, kann seine Seelennarben in freier Natur heilen lassen. Eine Narbe trägt in sich das Bild seiner in Spanien verlorenen Frau, eine andere Narbe die vielen Toten. Durch harte Arbeit im Weinberg des Guts, kämpft sich Pablo aus der Dunkelheit der Erinnerung zurück an helles Tageslicht. An vielen Stellen beschreibt Clavel die Natur, das Zusammenspiel von Tag und Nacht. Seine Beschreibungen, die oft die Linie der Wirklichkeit überschreiten, kann man mit denen Umberto Eco`s vergleichen. Während Eco aber in Wortwahl und Satzgebilde in durchsichtige Höhen driftet, schreibt Clavel in verständlicher Sprache. So ertappt man sich auf den ersten Seiten des Buchs bei der Frage, ob sich die Lektüre lohnt, ob man etwas Interessantes herausfiltern kann. Liest man weiter ist es jedoch gerade die Einfachheit des Lebens in einer ländlichen Gegend, die fasziniert. Ein weiteres Schmuckstück des Buchs ist das Zentrum des Lebens auf dem Bauernhof, die Gutsküche. Noch weit entfernt ist die Zeit der digitalen Mittel die so manchen Raum bestimmen. Das tägliche Zusammenkommen am Herdfeuer, das gemeinsames Suppenessen, einen Schluck Wein geniessen und nach getaner Arbeit noch eine Pfeife schmauchen, sind tägliche Rituale. Und so gehts bald zu Bett um schon früh auf dem Hof mit kaltem Wasser wieder das Gesicht und Oberkörper zu waschen...
Eine weitere Einfachheit und in diesem Sinne auch eine Wohltat ist das Fehlen von schmutzigen Intrigen, Verrat und Mord. Pablo der Spanier ist eine einfach zu lesende Geschichte um einen Mann, der seine Vergangenheit in einem neuen Leben hinter sich lässt.

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Donnerstag, 15. Dezember 2011
Frohes Fest in Entenhausen
Weihnachten im Weltraum/Sonderband 15 2011

Wiedereinmal ist Donald dazu verdonnert, Dagoberts Taler zu polieren. Ein Überbleibsel des Sommers, eine Biene, attackiert Donald und so holt der Gänserich mit dem Polierwedel zum alles vernichtenden Schlag aus, trifft dabei aber eine kostbare Vase. Daraufhin wird Donald von Dagobert zu drei Überstunden im Geldspeicher verdonnert. Es ist Advent, ganz Entenhausen bereitet sich auf das Jesusfest vor. Donald wäre eigentlich mit Daisy verabredet. Als er aber verspätet eintrifft, ist sie bereits zur Schneemumie verwandelt. Donald schleicht sich davon, stösst aber mit Gustav zusammen, der, wie immer vom Glück verfolgt, etliche Packete bei sich trägt. Zuhause ist es Tick, Trick und Track natürlich nicht entgangen, dass sich Donald wiedereinmal als Versager fühlt. Dagobert ruft an, und wie immer will sich Donald verdrücken, muss aber schlussendlich den Willen Dagoberts tun und einen Weihnachtsbaum organisieren. Als er sich schon wieder auf dem Rückweg befindet, wird er von einem Raumschiff angestrahlt und schliesslich entführt. In der Kommandozentrale des Raumschiffs wird Donald eröffnet, dass er auserwählt ist ein Computerspiel zu gewinnen. Sonst würde anlässlich des dritten Geburtstages zur Freude des Kaisers die Erde als Feuerspiel enden. Donald setzt sich durch, gewinnt das Spiel. Voll Freude und zurückgekehrtem Selbstvertrauen, bringt Donald nun seinen Baum nach Hause. Dort ist die gesammte Ducksche Familie bereits versammelt. In der Mitte steht schon ein Baum. Donald fällt aus allen Wolken als er rauskriegt, was es mit den Weltraumfahrern auf sich hat. Es war die Idee Tick, Trick und Tracks, Donald so lange zu beschäftigen, um zusammen mit Onkel Dagobert ein fettes Fest vorbereiten zu können. Ein Fest zur Freude Donalds, ungewöhnlich aber weihnachtsmässig von Dagobert inklusive Raumschiff bezahlt. So freut sich Donald mit allen, denn er spürt die Wertschätzung die Ihm ungewohnt entgegenschlägt.-
Der Sonderband 15 enthält somit eine kleine Weihnachtsgeschichte. Verfasst von den Disneymachern, die sonst Superhelden und Magiere bevorzugen. Der Gründer der Disneyfamilie selbst, ist mit dem Anspruch gestartet, zu zeichnen und zu schreiben was auch den Erwachsenen gefällt. Donald in Ruhe gelesen kann durchaus den Blick in ferne Welten öffnen. So wünsche ich allen meinen Lesern, sodenn es einige gibt, und der Bloggemeinde, ein nicht unbedingt erwartetes, aber ein umso wertvolleres Geschenk.

Frohe Weihnachten

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