j.home`s world
 
Montag, 14. April 2014
am jenseits mit karl may

Interpretiert und dargestellt von gedankenverbrecher jh

“Kutub”, rief der Effendi, als der Scheik der Haddedihn gerade zur Kurbatsch greifen wollte. Sofort liess sich der kleine Hadschi durch den Zuruf besänftigen. Keine weitere vorschnelle Tat sollte seinem Sihdi Stoff für seine Geschichten bieten. Nichts anderes als der Ruhm des berühmtesten aller Scheiks sollte die Seiten aus der Hand seines Effendis füllen. So war es denn auch nicht weiter erstaunlich, dass sich Halef mit der Frage an seinen Sihdi wandte: “Habe ich es gut gemacht?” Doch einige Male noch wird das Blut heiss in den Adern von Halef wallen, und ihn zumindest in dieser Geschichte in brenzlige Situationen bringen. Denn diese Erzählung handelt von der grossen Pilgerreise der Schammar nach Mekka. Und die Wüste ist der Platz, da May seine Helden tanzen lässt.

Vieles gäbe es nun zu erzählen, von den etlichen tiefen Erzählmomenten, die May in seinem Werk am Jenseits geschaffen hat. Da ist einmal die Begegnung eines Abendländers mit einem Wüstenbewohner. Sodann die Konfrontation des Muslim mit der Seele der Frau. Weiterhin sind die blumigen und nicht wenigen Reden Halefs zu erwähnen. Dann sind da auch noch die Sichtweisen der jenseitigen Welt des Sehers el Münedschi. Dann lernt der Leser auch etwas über die seltsamen Auswirkungen auf Leib Geist und Seele, die eine Reise durch die Tiefen der orientalischenn Wüste mit sich bringt. Und zuletzt sei nicht vergessen, und ist auch nicht das wenigste das May in am Jenseits seinen Lesern zu bieten hat, die Handlung lässt auch für einen längst eingeschworenen keinen Wunsch übrig.

Aber beginnenn wir nun mit dem Erscheinungsdatum. May ist bereits 56, als er am Jenseits dem Papier einverleibt und der Roman erschien somit so gegen Ende des 19.Jahrhunderts. Wieder erweckte er die Figur des Kara ben Nemsi zum Leben. Er lässt ihn zu den Haddedhin vom grossen Stamm der Schamar reisen. Mit Halef, der vom besitzlosen Araber zum Scheik aufgestiegen ist, plant er eine Reise nach Mekka. Es begleiten sie seine unvergleichliche Rose Hanneh und neben seinem Sohn auch eine ausgewählte Schar an Kriegern. Weil es Christen auf das strengste verboten ist die heilige Stadt der Moslems zu betreten, muss Kara ben Nemsi seinen zu auffälligen Namen wechseln. Halef verpasst ihm einen Namen, der seiner Gelehrt- und Berühmtheit entspricht. Er beginnt mit Hadschi Akil Schatir el Medscharrib ben Hadschi alim Schadschi, und endet mit dem Zusatz Abu Fadl el Mukaram. So ist es denn auch an dieser Stelle, da der Effendi aus Germanistan den stets zu blumenreicher Rede bereiten das erste Mal ermahnt. Als Folge bittet Halef seinen Sidhi, im immer das Wort Kutub, Bücher, zuzurufen, sollte sein Temperament wiedereinmal mit ihm durchgehen. Es ist ja auch die Vorgehensweise die der kleine Diener verändert haben will. Nicht er soll an erster Stelle stehen, wenn er zu einer Erzählung der zahllosen Taten des Effendis ansetzt, sondern sein Sidhi.

So sind sie also aufgebrochen. Das ferne Ziel ist Mekka, die Stätte eines jeden frommen Muslimpilgers. Neben den schon erwähnten Personen, ist auch Omar, früherer Weggefährte, Teil der Unternehmung. Auf dem Weg entdecken sie eine kleine Gruppe in Not geratener Wüstenreisender. Es versteht sich von selbst, dass Akil Schatir und seine Gefährten den halbverdursteten Wasser reichen. Es handelt sich bei den aufgefundenen um el Ghani, seinen Sohn und den blinden Seher Münedschi. Auf dem Rückweg von Mesched Ali nach Mekka, einer heiligen Stätte der Schiiten, sei ihnen das Wasser ausgegangen. Dabei hatte es den blinden Seher am stärksten getroffen. Scheintot wird er von den Mekkanern begraben. Um den religiösen Pflichten zu genügen, fällt Halef und seinem Sidhi die Aufgabe zu, den letzten Sand auf das Grab zu werfen. In el Münedschi steckt jedoch noch ein letzter Rest an leben. Als dies die Freunde der Schammar bemerken, graben sie ihn wieder aus, erwecken ihn ganz zum Leben. Es ist eine Kijame, eine Auferstehung, der die Wüste eine ganz besondere Note verleiht. Es versteht sich von selbst, dass sie nun den Mekkanern nachreisen. Als sie jedoch el Ghani und dessen Sohn erreichen, ernten sie nichts als Undank. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird el Münedschi, von dem der Effendi annimmt, dass dessen Fähigkeiten vom vielen Tabakkonsum herzuleiten sind, einige mysteriöse Reden halten. Er berichtet von es Setschme, dem Ort der Sichtung, oder von el Mizan, es Ssirat und el Halak, der Waage der Gerechtigkeit, die Brücke des Todes und der Abgrund. Laut den Berichten des Münedschi schafft nur jener den Übergang, der im Leben den Abschied zu jedweder eigennützigen Tat genommen hat, und sein Geschick in die Hände der allgegenwärtigen Liebe legt.

Erstaunt lauschen sie den in dieser Umgebung umso machtvolleren Worten. Bald darauf erscheinen weitere Wüstenreisende. Es sind dies der Basch Nasir Kutab Aga und seine Asaker. Der Basch Nasir ist ein alter Freund des fremden Effendis. Es stellt sich heraus, dass sie jenen Menschen auf der Spur sind, denen Halef und Hadschi Akil Schatir Effendi gerade eben noch Wasser gereicht hatten. Kutab Aga beschuldigt die drei stolzen Mekkander des Raubs des Kans el Adha, des Schatzes der Glieder. Dies wäre nun auch keine der Feder von May entsprungene Abenteuerfiction, wenn es nicht gelingen würde, el Ghani der Tat zu überführen. Der Bir Hilu, der süsse Brunnen ist der Ort des Showdowns. Der inzwischen auch auf den Plan getretene Scheik der Beni Khalid, er war schon am Bir Hilu, erhebt nun auch Anspruch auf den Schatz der Glieder. Dies darum, weil dies Stammesgebiet der Beni Khalid sei. Es wird darum entschieden, dass Zweikämpfe über den Besitz bestimmen sollen. Die Haddedhin können die Wettkämpfe für sich entscheiden, und Kutab Aga kann die Heimreise mit dem Schatz antreten. Er hatte jedoch nicht mit der Verschlagenheit der Beni Khalid gerechnet. Der rachsüchtige Scheik setzt dem Basch Nasir einen Hinterhalt. Der Effeni und seine Schar jedoch setzen endlich die Reise fort. Von einer Vorahnung getrieben kehrt der Effendi jedoch um, gerät selber in die Hände seiner jetzigen Feinde. Als er aus seiner Benommenheit erwacht, muss er das Furchtbare zur Kenntnis nehmen. Ausser dem Basch Nasir sind alle Asaker tot, hingemordet durch die Beni Khalid. In totalem Irrsinn schiesst nun der Ghani, der sich auch in der Gesellschaft der Khalid befindet, auf den noch lebenden Kutab Aga. Dieser überlebt, weil er die Arb`a Beschair, die vier Evangelien auf dem Herzen trägt. Tief ergriffen von dieser Tragödie, dem sinnlosen Morden unschuldiger Menschen, und dem Schutz, der dem Basch Nasir wiederfahren ist, beschliessen die Gefährten, von nun der Liebe immer Einlass in ihr Leben zu gewähren. Durch den Schuss auf seine Brust, erlebte der Basch Nasir die Todesstunde, konnte nachvollziehen, was el Münedschi erzählt hatte. Erneut lassen sie die Bösewichte ziehen. El Ghani schwört Rache. Die Beni Khalid finden ihre Bezwinger in einem verfeindeten Stamm. Die Gefährten ziehen endlich weiter. Kutab Aga, seiner Asaker nun ledig, begleitet sie. Die Gefährten um den weisen Gelehrten Hadschi Akil Schatir Effendi aus dem fernen Wadi Draa haben der Menschenliebe genüge getan. Am Jenseits findet den Fortgang in Mays In Mekka, gschrieben von einem seiner Freunde, um die Geschichte zu vollenden.

jh

... Comment

tausendundeine nacht frisch angemacht

eine ganz tolle story
grosses können
alle achtung

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