j.home`s world
 
Freitag, 16. Januar 2015
lilith von george mcdonald

interpretiert von joho

Mr.Vane öffnete die Augen. Eine gewohnt vertraute Umgebung erschloss sich seinem Blick. Während seine Gedanken noch in die Ferne schweiften, hatte sich ein beharrliches Frösteln seiner Glieder bemächtigt. Eben noch hatte Mr.Vane die Hand eines wundersamen Wesens gehalten, hatte mit ihm den Frühling einer üppigen Welt durchlaufen. Zusammen mit der Schar der Kleinen, hatten sie das Erblühen im Land der sieben Dimensionen erlebt. Wo einst Wüste und Einöde geherrscht hatten, überdeckten nun kräftige Farben und Formen Täler und Höhen. Dann war jedoch Mr.Vane die Hand entglitten. Restwärme pulsierte noch unter der Haut der Fingerkuppen. Die Realität hatte den alten Herrn eingeholt. Mr.Vane befand sich in seiner Bibliothek, ein geschlossenes Buch auf den Knien. Mehrmals schon hatte Mr.Vane den Weg zurück aus den Tiefen der Geschichte gehen müssen. Ungeduld und unerfüllte Lebensumstände hatten ihn immer wieder angetrieben dorthin zu gehen. Nun aber war er soweit, er würde jetzt warten. Denn das Leben im Land der sieben Dimensionen hatte sich verändert und Mr.Vane wusste, der Tag würde kommen, an dem sein Wunsch in Erfüllung gehen und die Realität zum Traum werden würde. Mr.Vane wartete.

Er hatte den Landsitz von seinen Eltern geerbt. Es war ein altes Haus und mehrere Ahnenbilder zeugten von seinen ehemaligen Herren. Eins davon zeigte Sir Upward. In unbedachten Momenten schien es Mr.Vane, als zeige die Abbildung verborgenes Leben. Er war ein ziemlicher Einzelgänger, um nicht zu sagen ein altgewordener Junggeselle. Er liebte es in der Bibliothek zu sitzen, ein gutes Buch in der Hand. In solchen Momenten schien das Bild besonders geheimnisvoll. Eine als Buchregal verkleidete Tür führte in ein verborgenes Kabinett. Als Besonderheit hatte der Erbauer ein Buch in das Regal eingebaut, das in beide Räume ragte. So schaute also das Buch sowohl im Kabinett heraus, wie auch in der Bibliothek.

An einem Abend bemerkte nun Mr.Vane zwischen einem Lidschlag und dem andern einen vorbeihuschenden Schatten. Mit besonderer Aufmerksamkeit setzte er sich an den folgenden Tagen in die Bibliothek. Immer gespannt, ob sich die ungewöhnliche Erscheinung wieder zeigen würde. Sein Buch auf den Knien, die Aufmerksamkeit auf die Umgebung. Mr.Vane konnte zu diesem Zeitpunkt nicht mit Bestimmtheit sagen, ob er es sich nur einbildete, oder ob er es mit einem realen Objekt zu tun hatte. An einem Tag hatte Mr. Vane sich auf die Spur des mysteriösen Schattens geheftet. Dabei war er auf Mr.Raven, den ehemaligen Bibliothekar von Sir Upward gestossen. Mr.Raven hatte darauf Mr.Vane in das Land der sieben Dimensionen geführt. Das Volk lebte in dort in Furcht und Schrecken vor Lilith, der bösen Prinzessin. Untiere lebten in den Wäldern, Tote bevölkerten die Wälder, Wüste überzog das Land. Ausgestorben schien Bulika, die Stadt der bösen Prinzessin. Getrieben von dem Wunsch zu helfen, und vielleicht auch von dem Wunsch für die eigene Seele Ruhe zu finden, machte sich der Altgeselle auf in das Land der sieben Dimensionen. Mr.Raven, der hier als Totenwächter fungierte, hatte noch versucht Mr.Vane dazu zu überreden, zuerst in der Halle der Toten zu schlafen. Denn die Bestimmungen lauteten, wer sich im Land der sieben Dimensionen bewegen wollte, musste zuerst schlafen.

So hatte aber Mr.Vane diesen wohlgemeinten Rat in den Wind geschlagen. Er war losgewandert ohne genaues Ziel. In einem halbdunklen Wald, nachdem er die ersten Schrecken überwunden hatte, traf er auf die Kleinen. Fröhlich tollten sie umher. Nichts wussten sie von der angeblichen Bosheit einer Prinzessin. Schnell hatte sich Mr.Vane mit ihnen angefreundet, knüpfte eine Beziehung zu Lona, der grössten unter den Kleinen. Schon bald verliess Mr.Vane die Kleinen wieder. Er musste wissen, woher die Kleinen kamen. In einer Waldgrotte stiess er auf eine halbtote Frau. Er nahm sich ihrer an, pflegte sie, und schon bald war sie wieder auf den Beinen und verliess Mr.Vane. Bald darauf fand er Unterkunft im Hause der Katzenherrin. Zuwenig jedoch wusste er immer noch über die Herkunft der Kleinen. Und je weiter er im Lande der sieben Diemensionen unterwegs war, fühlte er die fremde Bedrohung. Er musste Bulika finden, Mr.Vane musste mit der Prinzessin reden. Wie schon erwähnt, war Bulika eine verweiste Stadt. Als er sie erblickte, griff tiefe Beklemmung nach seinem Herzen. Intuitiv wusste Mr.Vane, dass die Lösung der Herkunft der Kinder in der Stadt zu finden war. Er spürte die Macht der fremden Prinzessin. Irgendwie war sie verantwortlich für das Schicksal der Kleinen. Forsch schritt er voran, durchschritt mutig das Portal. Und als er schliesslich gewahren musste, wer die Prinzessin war, glaubte er seinen Augen nicht trauen zu können. Vor ihm stand die Frau aus dem Wald. Vor ihm stand dasjenige Wesen, das durch seine Hand dem Tod entronnen war. Die Prinzessin versuchte auch sogleich den nun schon weitgereisten Altgesellen für ihre Ziele zu gewinnen. Schwierig war es ihr zu widerstehen. Mr.Vane half der Prinzessin. Dann fand er sich jedoch plötzlich wieder in seiner gewohnten Umgebung. Mr.Vane war nicht mehr im Traumland, er war zuhause in seiner Bibliothek.

Erneut versuchte er in das Wunschland zu kommen. Er hatte aber noch nicht herausgefunden, wie Mr.Raven den Übergang bewerkstelligte. Ein Spiegel im Dachstock hatte sich dann als Pforte ins Land der sieben Dimensionen erwiesen und er hatte sich sofort auf den Weg gemacht. Nochmals durchwanderte er das Land. In der Folge basierten alle Geschehnisse und Abenteuer im sagenhaften Land auf einer Entscheidung. Denn wiederum hatte Mr.Vane die Einladung Mr.Ravens im Saal der Toten zu schlafen. Hätte er jedoch dem Bibliothekar Sir Upwards geglaubt, und hätte er sich schon beim ersten Zusammentreffen mit der Schattengestalt der er einst folgte, im Saal der Toten schlafen gelegt, die Geschichte müsste anderst erzählt werden. So trieb es aber den lebenshungrigen zu ehrenvollen Taten. Und wenn er ehrlich bleiben wollte, was bei einem Mann in seinem Alter ein immer verwickelteres Ding war, er tat es auch ein gutes Stück um Frieden für seine Seele zu finden. Immer noch wurde das Land seiner Träume von Lilith terrorisiert. Unterdessen hatte er auch von der Prophezeiung gehört. Die Prinzessin jagte die Kinder. Denn eines, so sagte der Wahrspruch, würde in ferner Zeit ihren Thron fordern. Ohne Wissen und ohne Schutz waren die Kleinen der Willkür dieser Regentin ausgesetzt. Und ohne zu Wissen wer sie war, hatte Mr.Vane jene Frau vor dem Tod bewahrt, die einzig und allein darum ausgezogen war, die Kleinen zu finden, und in den Abgrund zu stürzen. So machte er sich also nun auf, den Kleinen gegen die Herrscherin beizustehen. Unter der Führung von Mr.Vane zogen sie frech gegen Bulika. Hilfe wurde ihnen in dieser brenzligen Angelegenheit von der Katzenherrin zuteil. Gemeinsam zwangen sie die Alleinherrscherin in die Knie. Lona, das grösste der Kinder fand dabei den Tod. Mit Lilith in Gefangenschaft, Lona tot auf den Armen, zogen Mr.Vane und die Kleinen zurück zum Haus des Totengräbers, Mr.Raven.

Geduldig hatte der Totengräber die Ereignisse abgewartet. Einst war Lilith seine Frau gewesen. Auch sie hatte das Angebot in der Halle der Toten zu schlafen ausgeschlagen. Dann war sie ausgezogen, eine mächtige Herrscherin zu sein. Stetig hatte die Zeit an ihrer Entscheidung genagt. Das Alter wollte sie verschlingen und die Kinder wahren ihr zu einer Bedrohung geworden. Jetzt war sie wieder am Anfang ihres Weges. Zurückgeführt durch einen einsamen Wanderer und die Horde der Kleinen. Die Pritschen standen bereit. Gemäss althergebrachten Weisungen musste zuerst schlafen, wer im Land der sieben Dimensionen erfolgreich und ohne grossen Schaden anzurichten, leben wollte. Und Lilith gab sich geschlagen, und Mr.Vane...erwachte wie aus einem Traum, ein Buch auf seinen Knien.

Lilith ist ein Urklassiker der Fantasy. Der Roman eines englischen Pfarrers und Aristokraten. George McDonald lässt Mr.Vane, den Alleinerben, in einer Traumwelt dem Sinn des Lebens nachjagen. Ob es aber nun halluzinatorisches Wunschdenken oder einfach nur Träumerei ist, George McDonald rückt mit seiner Episode einer grossen Lebensfrage auf den Grund. Die Aufforderung des ehemaligen Bibliothekars entspricht einem geistlichen Grundmuster. An einem gewissen Punkt im Leben kann nur Neues und Echtes entstehen, wenn wir bereit sind loszulassen. Dies zeigt das Beispiel von Mr.Vane und Lilith. Ein Krieg bringt die Entscheidung, begleitet von Tod und Verderben. Und am Schluss stehen sie wieder vor dem Totengräber der die gleiche Frage wieder stellt. Es ist eben vielleicht aber auch dermassen: keine Dramatik, keine Geschichte die sich zu erzählen lohnt, wenn alles in geordneten Bahnen verläuft. Und so bleibt Lilith ein Buch das zum mehrmaligen Lesen auffordert, denn vielleicht hat ja der erste Eindruck ein massives Manko.

joho

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Dienstag, 13. Januar 2015
sir gawain und der grüne ritter

interpretiert von joho

Auf dem Rücken von Gringolet kämpfte sich Gawain ermüdet durch die Wildnis von Logres. Er befand sich auf grosser Queste um für die Ehre der Ritter der Tafelrunde zu kämpfen. Vor etlichen Monden hatte zur Weihnachtszeit ein kühner Recke den Königssaal zu Camelot betreten. Sehr zur Freude der anwesenden Getreuen von König Artus, hatte er zu einem gewagten Spiel geladen. Als vornehmster an der runden Tafel, hatte sich Gawain entschieden, die Herausforderung des fremden Hünen anzunehmen. Mit mächtigem Schwung hatte er darauf die Streitaxt niedersausen lassen. Mit gedämpftem Poltern war das Haupt des Ritters über den Boden gekullert. Gebannt von der unmittelbaren Rohheit, hatte die höfische Gesellschaft auf das Geschehen gestarrt. Während das Blut noch gespritzt hatte, war der Torso des Hünen dem Kopf hinterher gesprungen, hatte ihn an den Haaren gepackt und ihn in die Höhe gehalten. “Dasselbe soll Gawain in einem Jahr am Neujahrstag empfangen, ” hatte der fremde Ritter gesprochen, hatte kehrt gemacht sein Ross bestiegen und war aus der Halle geritten. Gawain war auf der Suche nach diesem seltsamen Ritter, von dem er nicht mehr wusste, als dass er der grüne Ritter war. So ritt er also einem unbestimmten Ziel entgegen, getrieben von der Ehre, die er dem grünen Ritter schuldete.

So kämpfte sich Sir Gawain durch die Wildnis von Logres im nördlichen Wales. Auf dem unwirtlichen Weg hatte er Wegelagerer abgewehrt und gegen wilde Kreaturen gekämpft. Nun blieb ihm nur noch das Gebet. Denn zur Christmette wollte Gawain an einem sicheren Ort verweilen. Als er endlich die Anzeichen einer Burg erblickte, hatte er den Helm abgenommen und Jesus und St.Julian gedankt. Schliesslich hatte man ihn erblickt und Gawain war erleichtert über die Zugbrücke geritten. Als er den Burgraben überquert hatte, waren Bedienstete herbeigeeilt sein Schlachtross in die Ställe zu führen. Es hatte den Anschein, als sei die ganze Burg auf den Beinen, ihn zu empfangen. Als wüssten sie um die geheime Mission. Bald trieb behagliche Wärme den Frost aus seinen Gliedern. Die Burgherrin erschien ihn zu begrüssen. Gawain, nicht nur ein erbarmungsloser Kämpfer sondern auch bewandert in höfischer Etikette, widmete sich dem angeregten Gespräch. Nicht umsonst nannte man ihn den Ritter mit den edelsten Tugenden. Drei Tage und drei Nächte vergingen. Das Werben der Herrin ging nicht spurlos an Sir Gawain vorbei. Aber bei der Ehre als Ritter der Tafelrunde, alles was Gawain annahm, waren Küsse und einen Gürtel. Getreulich dem Handel den er mit dem Burgherrn geschlossen, gab der edle Ritter jeden Tag was er während der Abwesenheit des Schlossherrn erbeutet hatte. Ebenso der Gastgeber, der jeweils auf Jagd gegangen war. Er schenkte Gawain die Beute seiner Streifzüge, wie es die Abmachung war. Gawain jedoch behielt den Gürtel. So kam dann der Neujahrmorgen und Gawain musste sich verabschieden. Erneut ging er aus um den grünen Ritter zu finden. Um alles in der Welt wollte er das gegebene Versprechen halten. Ein Führer brachte ihn zu einem geheimnisvollen Ort, einer Kapelle tief im Wald. Dort erwartete ihn schon der fremde Ritter. Einen Schlag durfte er nun zurückgeben. Als dieser nach dreimaliger Wiederholung nicht das Haupt als Preis einforderte, sah Gawain erstaunt auf. Der mächtige Ritter offenbarte sein Geheimnis. Das Geheimnis des grünen Ritters, der mit einem Zauber belegt ausgezogen war, die Ehrhaftigkeit der Ritter der Tafelrunde auf die Probe zu stellen. Und Gawain, der Standhaftigkeit bewiesen hatte, musste eingestehen, dass er den Gürtel genommen, denn er sollte ihn vor dem Schlag schützen. Was einen Makel in seiner sonstigen Tugendhaftigkeit hinterliess.-
So sagt die Legende, die durch einen unbekannten Zeitgenossen Geoffrey Chaussers dem alten Stoffkreis um König Artus entnommen wurde.

joho

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Mittwoch, 7. Januar 2015
rad der zeit band 27 pfade ins zwielicht von r.jordan

interpretiert wie immer von joho

Das Land zwischen der grossen Fäule und dem Meer stand an der Schwelle zu Tarmon Gaidon, der letzten grossen Schlacht. Das Rad hatte sich gedreht, die Mächte des Guten und des Bösen waren in Bewegung, die Herrenhäuser in Aufruhr. Im Westen beorderte der König Alsalam von Arad Doman seine Fürsten zur Lagebesprechung in das Jagdschloss von Lady Osana. Im Süden in der Stadt Amadicia schmiedete Hochinquisitor Asunawa Pläne, um der ständigen Bedrohung einer rebellischen Gruppe von Aes Sedai Herr zu werden. Nicht weit davon entfernt, in der Hafenstadt Ebou Dar, entführt ein Adliger namens Mat Cauthon mit Hilfe des Meervolkes die Tochter der Neun Monde, Lady Tuon, aus dem Tarasin Palast. Vorbei der Frieden in der seanchanischen Hafenstadt. Furyk Karede, Bannergeneral der Totenwache heftet sich an die Fersen des Entführers. Im Westen gelingt es dem Aiel Stamm der Shaido, die Frau Perrin Aybaras, genannt Goldauge, zu entführen. Was Lord Perrin Aybara veranlasst, seine Mannen zur Waffe zu rufen und die Befreiung seiner Geliebten anzustreben. Aus dem Lande Kandor im Norden rückt ein Heer an, um Elaiyne, der Erbin des Löwenthrons von Caemlyn, beizustehen. Und allerorts mittendrin im Geschehen waren die mit der Einen Macht begabten Frauen der weissen Burg zu Tar Valon, die Aes Sedai. Das Rad hatte sich gedreht, die Länder zwischen der grossen Fäule und dem Meer der Stürme waren in Aufruhr. Das Böse hatte sich gerührt, der Kampf um Macht im Lande war entfesselt. Willkommen zu Jordan`s Band 27 des Rades der Zeit, Pfade ins Zwielicht Teil eins.

Es war keine leichte Aufgabe für Elaida von der weissen Burg. Morgase, Königin im Lande Andor, war gestorben, die Rosenkrone nunmehr ohne stolzen Träger. Denn Elayne, die Tochtererbin der Rosenkrone hatte sich entschlossen, die Würde einer Aes Sedai anzu- nehmen. Wenn es Elaida aber gelang, den verwaisten Löwenthron mit einer Schwester ihres Ordens zu besetzen, hätte die Schwesternschaft direkten Zugang zur Macht und ihre Stellung im Lande zwischen der grossen Fäule und dem Meer der Stürme wäre bedeutend gestärkt. Dies war aber nicht die einzige Sorge die Elaida umtrieb. Jedermann wusste, dass die Schwestern in Tar Valon nurmehr wenige an der Zahl waren. Die Verwahrung der Macht, die Saidar ihnen schenkte, drohte ihre Gemeinschaft in zwei Lager zu spalten. So war es auch verständlich, dass Elaida alle Hände voll zu tun hatte, den Amyrlinsitz für ihre Ajah, beziehungsweise Untergruppe, zu festigen. Ein Zeitalter war vorbei. Das Rad würde sich einfach drehen und ein neues würde anbrechen. Und immer würden die Aes Sedai für das Gleichgewicht verantwortlich sein. Was allerdings ein gewisses Mass an Gleichschritt forderte und ihre Ajahs sich nicht in zwei Fronten verhärteten.

Nun also lieber Leser, willkommen in der Welt von Robert Jordan, dem Meister des Zeitrades. Einer Welt, in der Zeitalter kommen und wieder gehen, Helden Kämpfe entscheiden, Strategen mit ihrem Kopf über Plänen durch Weisheit Streitigkeiten beenden. Band 27 führt in eine Welt der tausend Namen Häuser und Orte. Naja, vielleicht hätte man ja auch mit Band 1 beginnen, oder die Welt des Rades zuerst begrifflich in einem Glossar ergründen können. Nach einer kurzen Einführung über die wichtigsten Figuren gibt Jordan einen Ausblick auf das Muster das seiner Welt zugrunde liegt. Dann aber nimmt eine Volldröhnung Griffelbeat den Leser in seinen Bann und die Story gewinnt an Tempo. An verschiedenen Orten zwischen den Meeren nimmt der Autor den Faden der Handlung und entwickelt ein kompliziertes Muster. So werden also Pläne zur Sicherung der Macht geschmiedet, Bünde zur Erhaltung der Grenzen erneuert, Adlige entführt, um einen Vorrang im ständigen Gerangel um Throne zu erhalten. Und ehrlich gesagt, bringt die Vielzahl an Personen Wesen und anderen Verstrickungen den Neuling im Lande des Rades so ziemlich zur Verzweiflung. Kaum dass man sich in den vom kühlen Winter gezeichneten Gefilden heimisch fühlt, als der gewagte Ritt auch schon weitergeht. Es wartet das nächste Herrenhaus mit seinen verworrenen Ambitionen auf den Thron. Jordan hat jede Menge an spielentscheidenden Pokerkarten in der Hinterhand. Und es scheint, als liesse er keinen noch so variantenreichen Zug aus, jederzeit bereit den Leser zusätzlich zu verwirren. Er lässt einem so richtig im Strudel des Zeitrades schwimmen.

Ein weiteres Merkmal von Buch 27, Pfade ins Zwielicht, ist, dass kein Topfen Blut fliesst. Der Autor beschwört phantastische Landschaften, lässt die Völker aufmarschieren, schiebt Adlige und Heere umher, die Seiten strotzen vor Düsternis. Würde man all die Feldzüge zeichnen, es gäbe keinen weissen Flecken. Dabei legt Jordan, vielmehr als auf Waffen, ein besonderes Gewicht auf die vielartigen Gewandungen der verschiedenen Häuser und Stämme. So trägt zum Beispiel die Leibgarde der Tochtererbin des Löwenthrons, die übrigens nur aus Frauen besteht, farbenprächtige Seide. Dies sei ein Mittel, etwaige Angreifer, in dem Fall Männer, an der Kampfeskraft der Frauen zweifeln zu lassen. Überhaupt sind es im Phantasiebericht aus dem Lande zwischen der grossen Fäule und dem stürmischen Meer vor allem die Frauen, die das Geschehen prägen. Dies auf jedenfall was Saidar, die Eine Macht betrifft, die die Aes Sedai beherrschen. Es sind die Frauen, die darin begabt sind, diese Quelle gebührend anzuzapfen. Denn Männern ist sie zwar nicht ausdrücklich verboten, aber es hatte sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass die Eine Macht, wenn sie von Männern berührt wird, von einem Makel befallen ist. Männer können dadurch in den Wahnsinn getrieben werden. Und so findet man also an allen Orten die Aes Sedai, bestimmt, für die Häuser die Macht zu gebrauchen.

Band 27 ist Teil eins der Pfade ins Zwielicht. Um Jordans Aufgleisungen zu verstehen, muss man mit Sicherheit mal ein zweites seiner Werke lesen. Jordans Bericht ist eine Mantel- und Degengeschichte, witzig erzählt lässt er die Gewänder rauschen. Vielleicht gerade wegen der vielen Elemente weist das Buch oder die Rad der Zeit Legende enormes Suchtpotential auf. Hat man eines gelesen, muss unbedingt ein zweites her und man ist gewillt sich in dieser komplexen Welt zu verlieren. Ein Schunken für einen stillen aber tiefen Abend.

joho

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Montag, 5. Januar 2015
das buch black von ted dekker

interpretiert von joho

Tom und Bill betraten die Rakete. Im Hintergrund ragten verblichene Fahnen an ihren Masten in die Höhe, winkten vergessenen Soldaten gleich ihr Salut. Die Bewegungen des Windes machten das Testgelände zum grossen Spielplatz. Milde Sonnenstrahlen gaben diesem Tag eine festliche Note. Wellen zukünftiger Ereignisse schwappten diesen flüchtigen Augenblick. Den Tag, auf den Tom und Bill so lange darauf hingearbeitet hatten. Nichts hatte sie vom grossen Ziel, für die mächtigste Nation einen Auftrag zu erfüllen, zu trennen vermocht. Während Monaten hatten sie mit andern Kanditaten trainiert, Tests durchlaufen und ihre Fähigkeiten optimiert. Der Lauf durch das Eignungsprogramm war zu einem Wettlauf verkommen. Interne Rangeleien hatten die Ausbildung begleitet. Tom und Bill hatten sich am Ende durchgesetzt und es war nun auch ein gutes Stück Stolz, der diese mächtigen Raumanzüge, in denen sie steckten, in Bewegung setzte. Ein Wissen darum, sich durch eigene Leistung abgesetzt zu haben. Vergangene Mühen waren vergessen, festigten nun den Schritt. Tom und Bill waren mehr als bereit. Die Zukunft, auf die sie hingearbeitet hatten, konnte kommen.

Auch jener Konkurrent war vergessen, der von Anfang an seine Abneigung offen ausgespielt hatte. Durch seine Reden hatte er ein Netzwerk geflochten, darin man sich auch wirklich verlieren konnte, wenn man ihm ein Ohr schenkte. Er hatte sich so weit isoliert, dass sogar die Blicke der Ausbildungschefs stets mit Unbehagen auf ihm ruhten. Ein guter Astronaut brauchte eine gesunde körperliche wie geistige Ausgangsbasis. Und er würde fortan sein Kraft darauf setzen, durch Leistung zu überzeugen. Denn man hatte sie doch darum aus der Menge der Aspiranten qualifiziert, um für die Nation ausserordentliches zu leisten.

Als Tom und Bill endlich ihre Plätze eingenommen hatten, erfassten Erinnerungen an seine Familie Toms Gedanken. Er schlug aber nun kein Kreuz, und er war so weit er wusste auch nicht abergläubisch. Aber sich an die Familie zu erinnern, die letzten Momente trauten Familienlebens vorbeiziehen zu lassen, gehörte für ihn einfach dazu. Es war so seine Art, sich von der alten Erde zu verabschieden. Die Möglichkeit von Pannen durfte nicht unterschätzt werden. Eine Woche vor dem Start hatten ihnen die Chefs ihren letzten Urlaub gewährt. Bill vertrieb die Zeit in den Bars, und Tom ging nach Hause. Dann war er mit seiner Familie in einen Freizeitpark gefahren. Schliesslich hatten sie nach unzähligen Fahrten den Space Dome belagert, das den Einstieg in ein Raumgefährt und anschliessenden Flug simulierte. Seine Jungs hatten ihn ausgequetscht nach dem wie und wo all der technischen Dinge. Papa war der Held. Es war dieser eine glückliche Tag, an den er dachte, der ihm half Abschied zu nehmen. Fest in seinem Herzen war die Wichtigkeit der Mission verankert, verstärkt durch die Bewunderung seiner Söhne. Tom atmete aus. An seine Familie zu denken hatte ihn beruhigt. Er konzentrierte sich, nickte Bill zu. Neueste Raumfahrttechnik hatten die Ingenieure in das Geschoss eingebaut. Start und Steuerung würden über den Kontrollraum erfolgen. Erst im All, wenn die Erde nur noch eine bläuliche Kugel irgendwo im Nichts war, würden Tom und Bill übernehmen. Ein eigenartiges Gefühl bemächtigte sich nun Tom. So viel Kraft unter dem Hintern zu wissen, liess seinen Körper bis in die äussersten Poren vibrieren. Gedanken und Bewegungen reagierten jetzt äusserst sensibel. Das hatten sie trainiert, mentale Stärke zu beweisen, technische Daten und Funktionsweise der Rakete unter Druck abzurufen. Im Headset ertönte die Stimme aus dem Kontrollraum und er vernahm, wie Bill die Bereitschaft bestätigte. Nun würde es nur noch Sekunden dauern und sie würden binnen weniger Minuten hunderte von Kilometern von der Erde entfernt sein.

"Zero", ertönte die Stimme im Ohr, und es schien als hätte sich die Vibration des Körpers aufs Cockpit übertragen. Die Schubkraft raubte Tom die Besinnung. Sein Bewusstsein sank auf jene Stufe zurück, die er gerne -mental grounding- nannte. Der Rest seiner Persönlichkeit war wie eine glimmende Kerze. Am Rande der Wahrnehmung begann ein Kontrolllicht zu blinken. Begleitet von einem Brechen und Bersten leuchtete ein zweites Signal auf. Als Tom endlich seine Gedanken aus der Starre freibekam, musste er erkennen, dass die Raumsonde, die sie transportiert hatten, weggebrochen war. Mit ihr hätten sie den Weg im All fortgesetzt, ihren Auftrag beendet und wären dann erfolgreich zurückgekehrt. Das Headset blieb still, nichts rührte sich im Cockpit. Was war eigentlich geschehen? Bill schien immer noch wie abwesend. Und während Tom sich nun daran machte, dem Bordcomputer Befehle zu erteilen, spürte er eine seltsame Veränderung. War ihr Raumgefährt bis anhin mit Raketenkraft vorangetrieben worden, so schien es nun gezogen zu werden. Anstatt des erwarteten sanften Übergangs in den Raum, war das Schiff in einen Sog geraten. Wie aus dem Nichts wurden sie in eine neue Richtung gezogen. Und als ob der Sog nicht wüsste was er wolle, begann ihr Gefährt zu hüpfen und zu schlingern. Erneutes mental grounding wollte Tom überkommen. Ein Schlag traf ihn an der Schulter, Bill war zum Leben erwacht, schrie was in sein Headset. Für gemeinsames Analysieren blieb vorerst keine Zeit. Handzeichen mussten genügen. War es jetzt die Erde oder eine fremde Welt, der sie entgegendonnerten? Plötzlich sprang die Bordautomatik an und der Computer forderte manuelle Steuerung. Erleichtert ergriffen Tom und Bill die Hebel. Immer noch wussten sie nicht, was da auf sie zukam. Es trieb sie unablässig in eine Richtung. Mehr und mehr nahm die Fähre einen Flug auf, reagierte auf ihre Befehle. Eine fremde Welt begann ihnen entgegen zu schliddern. Sie setzten schliesslich die Kapsel in eine Waldlichtung mit schwarzen Bäumen. Hinter ihnen der mit Büschen bestandene Abhang, in den sie eine Schneise gewalzt hatten. Durch den Notaustieg betraten Tom und Bill die Lichtung, nahmen den Raumhelm ab. Bill sah eine Mulde mit frischem Wasser, machte sich daran zu trinken. Beim Versuch ihn zu hindern, schlug Tom hart mit dem Hinterkopf auf. Es dauerte eine Weile, bis er seine Benommenheit abstreifen konnte. Keine Spur mehr von Bill. Stattdessen kreisten fledermausartige Wesen im verhangenen Himmel. Die Realität kam Tom irgendwie verschoben vor. Ein Glühen über dem nahen Wald zog seine Aufmerksamkeit auf sich und Tom machte sich auf den Weg.

Dies war ein Teil des erstaunlichen Trugbildes, das Taleh, der Anführer der Shataiki, Tom eingeflüstert hatte. Denn Tom war weder Astronaut, noch war er mit einer Rakete gekommen. Tom war ein einfacher Bürger der Staaten. Hatte zugegebener Weise ein paar Probleme im Leben. Wozu aber ganz bestimmt nicht ein Höllentrip dieser Art gehörte. Denn dies ist die Welt der Shataiki und Ted Dekker der Autor, der sie entworfen. Kommt und lest die wirklichen Abgründe des Weltenwechslers Thomas von Hunter in Black, Band eins, die Geburt des Bösen.

jh

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Mittwoch, 24. Dezember 2014
mckiernans zwergenkrieger

interpretiert von joho

Prinz Elgo hatte den Plan in langen einsamen Winternächten ersonnen. Adons Bann würde die Brut des Bösen bezwingen. Vollbringen das Licht des Tages, was Manneskraft nicht im Stande war zu tun. Denn zu gross, zu fürchterlich war des Drachen Schlomps Kraft. Zwar gehörte er zu den Kaltdrachen, tötete nicht mit Feuer sondern mit Krallen und Schleim. Ob aber nun Elgo gegen Feuer oder Schleim kämpfte, sich davor zu schützen war die vorrangige Aufgabe. Masken wurden zum Schutz vor des Drachen Seim gefertigt. Ein grosses Tuch gemacht, zu Hängen vor des Drachen Höhle. Eindringen würden sie in das Loch, aber nicht zum Kampfe, sondern Schlomp zu locken, zu reizen, dass er unbedacht handelte und die Scheu vor dem Licht vergass. Dann würden sie rennen, anstatt zu kämpfen, wie das Herz eines Vanadurin verlangte. Den Sieg über den Kaltdrachen göttliche Stärke vollbringen lassen. Das an langen Seilen vor die Höhle gebundene Tuch über den Drachen werfen. Dass Licht ihn treffe, Helligkeit ihn schrecke und der Tag ihn erschlage. So sassen also die Ridder Jordburgs in den Hallen der Feste, führten mit fleissigen Händen aus, was Prinz Elgo erdacht. Dann kam die Zeit der letzten Vorbereitungen, Wämser wurden gereinigt, Nähte ersetzt, Helme poliert, Bögen gespannt, Langdolch und Speer geschärft, Breitschwert geschliffen. Der Trupp Elgos war bereit. Tatenlose Nächte, in denen sie Ruhm und Ehre nur in düsteren Geschichten bewundert, und in denen Schnee und Kälte die Menschen hinter schützenden Mauern gehalten hatten, würden durch die ersten Morgenstrahlen des Frühlings endlich ein Ende gefunden haben. Im Frühsommer brachen Elgo und seine Mannen zum Dracongield auf. Schwarzstein war das Ziel, die Zwergenfestung die Schlomp vor langer Zeit genommen. Weit war der Weg, führte zur Küste, zu befreundeten Seefahrern. Keine Mühe würden sie nun scheuen um am Rad des Schicksals zu drehen. Vier Schiffe waren es an der Zahl, allen voran die Langwurm, die die Mannen dem Lande des Drachen näher brachten. Wie es auf See Sitte ist, wurden Geschichten erzählt. Alte Seebären gaben schaurige Sagen von Kraken, Meerwürmern und von Drachen zum Besten. Schliesslich waren die Söhne der Steppe froh, dieses abergläubische Seegeschwätz hinter sich zu lassen, und wieder mit ihren Pferden weites Land vor sich zu haben. Weiter zogen sie, immer weiter dem Horte Schlomps zu. Die Anzeichen von Tod und Zerstörung mehrten sich. Trümmer säumten den Weg, menschliche und andere, erzählten von vergangenen und erfolglosen Taten. Das kostbarste Gut war zur Zeit Mut. Den Blick rissen die Mannen von Balken und Knochen, von des Drachen Zerstörungswut, richteten das Auge nach vorne und nach Innen, zu finden Kraft und den Halt, zu tun für was sie ausgezogen. Von weitem schon sahen sie das aus den Angeln gehobene Portal. Der Eingang zu einer vergessenen Zwergenwelt lag einsam und verlassen vor ihnen. Einst hätten hier die Zwerge ihr Winterfest gefeiert, hiess es. Hatten wie es der Brauch verlangt, vierzig Tage gefastet, während denen sie die Sterne bestaunten. Von den Sternen erwarteten die Zwerge in dieser Zeitspanne Antworten über das Leben. Eine Zeit des ausgelassenen Feierns würde dann das Winterfest beschliessen. Vor vielen Jahrhundertern war dann Schlomp der Schreckliche aufgetaucht, hatte das Freudenfest zur Winterwende zum Trauerspiel gemacht und hatte die mächtigen Hallen in eine Totengruft verwandelt. Als Elgo das Portal von weitem erblickt hatte, waren die vergangenen Ereignisse wie ein Film vor seinem inneren Auge aufgetaucht. Ein klein wenig hatte er von dem Leben der Zwerge verstanden. Aber längst vergangen war nun der Zwerge Macht. Seit Jahrhunderten ihr Anspruch erloschen. Er, Elgo, würde nun aber endlich den Drachen bezwingen. Gerade war noch Tag, Zeit zu tun wofür sie gekommen waren. Verhangen wurde das Tor und verdichtet die Ritzen. Damit der Drache, wenn er herausgestürmt käme, nichts vom Tage sehen konnte. Während er den fliehenden Kriegern nachpreschte mit dem Tuch bedeckt und dann endlich vom hereinbrechenden Sonnenlicht erschlagen werden. Dies war der Plan. Dann war der Weg frei, frei zum .... zum Schatz des Drachen.

Erfolgreich aber nicht ohne Verlust war der Sieg errungen. Nach Hause geschafft hatten sie den Hort Schlomps und tief unter den Hallen Jordburgs versteckt. Ein Zeichen der Auseinandersetzung mit dem Kaltdrachen trug Elgo nun am Leib. Trotz Maske hatte ihm der Seim ein Auge weggeätzt. Ein Barde sang nun das Lied Prinz Elgo`s, des Drachentöters, vorgetragen in den Hallen an vielen Abenden. Nach Kachar war dann schliesslich die Kunde gedrungen, der mächtigen Feste der Zwerge im Grimmwall. Schon bald erreichte unter grauer Flagge eine Gesandtschaft der Zwerge Jordburg. Lautstark trugen sie ihr altes Recht in die Hallen der Ridder. Stolz und Recht bestimmte fortan den Ton und war nun beiderseits der Antrieb. Gestritten wurde um den Schatz, den die Menschen nicht jenen geben wollten, die ihn dem Drachen auch nicht entwunden. Unverichteter Dinge und erfüllt von Zorn begab sich die Gesandtschaft der Zwerge auf den Rückweg. Der Prinz selber ritt nun aus, nach der Feste der Zwerge, dem König zu sagen, er solle auf seinen Anspruch verzichten. Vor langer Zeit schon hätten die Zwerge schliesslich den Schatz aufgegeben. Erloschen sei darum ihr Recht auf die Reichtümer. Elgo hätte nur erobert, was die Zwerge vor langer Zeit aufgegeben. Ein Schatz, der in die Fänge Schlomps geraten sei und schon lange auf einen Eroberer gewartet hätte. So sein nun der Gewinn auch gänzlich den Menschen. Und dort vor dem Thron, dahin Prinz Elgo gegangen sein Recht zu durchzubringen, erschlugen sich Prinz und Zwergenfürst. Stolz hatte die Halle zu Kachar zu einem Grab gemacht. Und in Zorn gerieten nun zwei Völker. Gerüstet wurde zum Krieg. Den alles vernichtenden Schlag versuchten nun Menschen wie Zwerge. Vor die Tore Kachars zog das Heer der Menschen. Einen Vorteil hoch zu Ross hatten die Menschen, hingegen klein waren die Zwerge, aber auch mutig zum Kampf und in ihrer Heimat ein schrecklicher Gegner. Die Schlacht konnte nicht entschieden werden. Es wurde heftig gestritten, aber nicht Menschen noch Zwerge fanden die Oberhand. Da erschien Kalgalath der Schwarze mit mächtigem Brausen, setzte den Kämpfen ein Ende. Nicht fliehen konnten die Menschen, waren auf offener Ebene dem Strahl des Drachen ausgesetzt. Um Asyl in der Feste Kachar baten sie nun. Senkten die Häupter, vergassen das stolze Ansinnen, fragten um Einlass, dem sicheren Tod durch des Drachen Wut zu entgehen. Die Streitmacht der Ridder gelangte also in die Halle der Zwerge. Waffengeklirr würde schweigen, so lange man nicht vor dem Drachen in Sicherheit war.

Auf seiner Tour der Vergeltung hatte Kalgalath Jordburg geschliffen. Wieder genommen hatte er was Elgo erbeutet. Unter den wenigen verbliebenen Überlebenden war eine Kriegsmaid, Elyn von Jordburg, Tochter Aranors und Schwester Elgos. Der König, mit dem Heer geritten, hatte die Geschäfte seiner Tochter übertragen. Hart ging es sie an zu bleiben und nicht tun zu dürfen wofür sie ausgebildet war. Sie konnte nicht umhin, den Blick erfüllt von Sehnsucht, nach dem fernen Grimmwall zu richten. Elyn war eine Kriegsmaid, nicht geboren zu bleiben, wenn andere kämpften. Geübt mit Bogen, Breitschwert, Langdolch und Speer. Die Geschicke des Reiches zu lenken bedeutete für sie zu rasten und zu rosten. Der König jedoch brauchte, würde er auf dem Feld erschlagen, ein Nachkomme auf dem Thron zu Jordburg. Sie würde also, obwohl noch jung und unerfahren, die nächste Regentin sein. Und sie hatte, auch ohne in den Krieg gezogen zu sein, alle Hände voll zu tun. Nachschub für das Heer musste organisiert werden. Die Fragen der Bittsteller brauchten jeden Tag einige Zeit. Es war jedoch Kalgalath der Schwarze, der die Pläne aller änderte. Seinen furchtbarsten Schlag führte er zuerst gegen die Feste Jordburg. Er erschien und nahm was die Menschen Schlomp gestohlen. Zerwarf die Mauern der Menschenfeste, liess keinen Stein auf dem andern. Auf das gusseiserne Portal hatte er den Schatz geladen und dann in seine Höhle getragen. Und mit mächtigen Schlägen seiner gewaltigen Schwingen hatte er sich dann empor geschraubt und war dem Grimmwall entgegen gebraust.

Als die Kriegsmaid zu sich kam, war Jordburg ein Trümmerfeld. Entschieden musste nun werden, was zu tun sei. Die Versammlung wurde einberufen. Vergessenes wurde aus Legenden und alten Mären gegraben, zu hören merkwürdiges aus den Sagen über Kalgalath den Schwarzen. Tief im Osten, jenseits der Zaubererburg, gäbe es ein Werkzeug, den Kammerling, beschützt von Andrak dem Magier, eine Waffe zu bezwingen den Drachen. Keine Kunde kam vom Feldzug des Königs. So verliess den Elyn die Feste um Aranor zu benachrichtigen, zu erzählen, was während seiner Kriegsfahrt geschehen. Auch in der Zwergenfeste wurde über alten Sagen gebrütet, darüber gesonnen, Kalgalath zu bezwingen. So stiessen auch sie auf den Kammerling. Es erhob sich Thork, Sohn Braks, Bruder Barans, den Kammerling zu suchen, dies Wagnis zum Wohl des Volkes zu unternehmen. Die Auswegslosigkeit, in die die Streitigkeiten um den Hort Schlomps geführt hatten, brachten schliesslich Kriegsmaid wie Zwergenkrieger auf eine abenteuerliche Fahrt. Auf einsamen Wegen in Mithgar kreuzten sich schon bald ihre Wege. Begegnen sollten sich Elyn die Vanadurin, Kriegsmaid und Schwester Elgos, und Thork, Vertreter der Zwerge. Geheim hielten sie ihre Sendung, den Anspruch auf den Schatz. Wenig wussten sie übereinander, kämpften aber gemeinsam gegen die Schatten der Nacht, die Kreaturen der Finsternis. Sie ritten nun bei Nacht und schliefen am Tag. Getrieben wurden sie schliesslich in den Wolfswald. Mit letzter Kraft, Rücken an Rücken kämpfend, zu viele Wunden schon am Körper, stellten sie sich gegen eine Übermacht an finstern Kreaturen. Die Vulgs, wolfsähnliche schwarze Geschöpfe, gesandt die zwei Krieger zu finden und zu vernichten, waren wie ein Auswurf des Bösen, der ihren Weg verstellte. Die Einsamkeit der letzten ehrenvollen Tat formte einen neuen Willen. Keiner der beiden, ob Vanadurin oder Zwergenkrieger, war nun gewillt nachzugeben, geschweige denn den andern im Stich zu lassen. Das stille Austeilen von Schlägen, eine durch den spürbaren Tod ausgelöste Verbissenheit und eine qualvolle Spanne des zähen Einsteckens, verschweisste sie zu Gefährten. Denn beide waren sie ehrenhafte Krieger, Angehörige eines ehrenhaften Volkes. Es trieb sie der Gedanken an ihre Lieben zu Hause. Unerschütterlich kratzte das Unabwendbare, drückte die anrückende Finsternis mit einer neuen Aufgabe. Es begann der Stolz zu bröckeln, der ihre Völker entzweit hatte. In dieser Situation würden sie nun das Leben für den Feind lassen. So erschien schliesslich Hilfe in allerletzter Minute. Der Wolfswald war die Heimat des Wolfsmagiers und seiner Silberwölfe. Schutz gewährte er Elyn und Thork, Zeit war es für vollumfängliche Genesung. Dann öffnete der Wolfsmagier beiden die Augen. Denn noch wussten Elyn und Thork nicht wirklich mehr über die jeweilige Identität des andern. Der Kampf hatte sie zusammengeschweisst, ja, hatte begonnen an einer neuen gemeinsamen Basis für den weiteren Weg zu schaffen. Als aber der Magier den beiden die Augen öffnete brach alter Stolz durch. Es stürzte sich Elyn, Kriegsmaid der Vanadurin auf Thork, den Zwergenkrieger. Jedoch senkte sie dann die Waffe, gebremst durch das Wissen vergangener Taten. Zuneigung besänftigte die Kriegsmaid. Und Thork gestand sich ein, falsches über das jordländische Volk gedacht zu haben. Es schworen sich Elyn und Thork, den Hammer, sollten sie ihn finden, nicht gegeneinander einzusetzen. Sollten sie zurückkehren, würden sie alte Schulden begleichen und den Streit als beendet betrachten.

Ein neues Ansinnen hatten sie nun für ihr Anliegen gefunden. Gestärkt und ausgestattet mit Rat machten sie sich wieder auf die Reise. Ein Medaillon hatte Elyn von dem Magier bekommen. Schützen sollte die Gabe vor den Augen des Zauberers. Thork, geübt im Fährten finden führte sie zur Burg des Zauberers. Sie erroberten den Hammer und machten sich auf den Weg zu Kalagalths Heim. Eine lange Reise hinter sich erblickten sie endlich in der Ferne ein Loch im Geberg, Kalagalaths Höhle. Ohne Plan betraten sie darauf hin des Drachen Land. Elyn zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Ein Feuerstrahl brach sich Bahn und Thork trieb den Hammer tief in Kalgalaths Stirn. Der Zorn des Zwergen hatte die Kraft des Kammerlings geweckt, denn geliebt hatte er Elyn, die Tochter der Menschen. Abrupt getrennt von seiner Schicksalsgefährtin, machte sich Thork aber nun auf zu beenden, was durch das Erscheinen der Kriegsmaid in seinem Herzen entfacht worden war. Zurückgekehrt von der langen Reise besetzte er den verweisten Thron in der Zwergenfeste. Als neuer Delfherr erklärte er die Zwistigkeiten als beendet.

Den Tod in diesem Spiel, das von Mächtigen von langer Hand geplant war, hatte sich Kalgalath geholt. Elyn ums Leben gekommen wegen Streitereien um einen Schatz. Alte Stärke wieder zu erlangen, war die Absicht der Herren Andraks, Rache zu üben am Drachen, der einst nicht geholfen. Der Kammerling ein Vorwand ihn zu erschlagen. So endet der Zwergenkrieger von Dennis L. McKiernan, dessen Story Blugunkel nach Tolkien zu den tiefsten High Fantasy Gründen zählt.

jh

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